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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Eine A400M-Transportmaschine der Luftwaffe bringt erste Teile einer Sauerstoff-Anlage ins pandemiegeplagte Indien.

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Corona-Hilfe: Bundeswehr bringt Sauerstoffanlage nach Indien

Indien ist aktuell das Epizentrum der Corona-Pandemie. Die Krankenhäuser sind überlastet, es fehlen Betten und Sauerstoff. Ein Flieger der Bundeswehr ist nun mit einer Hilfslieferung nach Neu-Delhi gestartet.

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Von
  • BR24 Redaktion

Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen ist eine Transportmaschine der Luftwaffe nach Indien gestartet. An Bord des A400M Flugzeuges: Teile einer Anlage zur Produktion von medizinischem Sauerstoff.

Sauerstoff dringend benötigt

Die sogenannte "Mobile Sauerstofferzeugungs- und -abfüllanlage" (MSEA) kann täglich bis zu 400.000 Liter des in Indien dringend benötigten medizinischen Sauerstoffs herstellen, teilte das Verteidigungsministerium auf Twitter mit. Die zweite Transportmaschine soll am Donnerstag aus Wunstorf starten.

Personal in Indien wird geschult

Bereits am Samstag hatte die Luftwaffe 120 Beatmungsgeräte nach Indien gebracht. Mit an Bord waren 13 Bundeswehr-Sanitäter, die beim Aufbau der Sauerstoff-Produktionsanlage helfen und die Mitarbeiter des Indischen Roten Kreuzes in deren Betrieb einweisen sollen.

Die in mehreren Containern verpackte Anlage reichert Außenluft, die nur zu gut 20 Prozent aus Sauerstoff besteht, auf die etwa 93 Prozent Sauerstoffgehalt an, die für die medizinische Nutzung nötig sind. Anschließend wird das Gas unter hohem Druck komprimiert und in Sauerstoffflaschen abgefüllt.

Verheerende Corona-Lage

Indien kämpft mit einem drastischen Anstieg der Corona-Fälle und verzeichnete vergangene Woche erstmals mehr als 400.000 Neuinfektionen an einem Tag. Grund dafür dürfte eine dort nachgewiesene Virus-Mutante sein. Sie steht im Verdacht, besonders ansteckend zu sein und den Effekt von Impfstoffen zu schmälern. Mehr als 200.000 Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden, starben.

Die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens befand sich bereits vor der Pandemie im Abschwung. Aus Angst vor einem weiteren Rückgang verhängten Indiens Behörden zunächst nur begrenzte Lockdown-Maßnahmen.

Im Kampf gegen die Pandemie hat die Regierung nun ihr Corona-Impfprogramm auf alle Erwachsenen ausgeweitet, doch in vielen Bundesstaaten gibt es Engpässe. In Neu-Delhi und anderen Großstädten wurden Ausgangssperren und andere Beschränkungen verhängt, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

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