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Corona-Gipfel - Wie locker wird der Lockdown?

Unter dem Lockdown ächzen Familien und Firmen. Die Infektionszahlen stagnieren oder steigen - Impfen kommt nur langsam voran. Die Spannung ist groß vor dem neuen Gipfel von Kanzlerin und Ministerpräsidenten.

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  • BR24 Redaktion

Schwere Entscheidungen stehen an: Seit dem frühen Nachmittag berät die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder wieder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise.

Zahl der Infektionen stagniert - Bürger ächzen unter den Regeln

Inzidenzzahlen und Infektionen sind mit großem Erfolg gesenkt worden, stagnieren aber jetzt und die dritte Corona-Welle steht am Horizont: Ein großes Dilemma für die Politik, konstatierte Carsten Reinemann, Kommunikationswissenschaftler an der LMU München im Rundschau Magazin im BR-Fernsehen am Abend. Einerseits bestehe der große Wunsch nach Lockerungen in der Bevölkerung, andererseits müsse man weiter sehr vorsichtig sein, so Reinemann.

Inzwischen ist viel von der Dritten Welle der Pandemie die Rede. Steht sie bevor oder stecken wir schon mittendrin? Gleichzeitig geht beim Impfen wenig voran. Wissenschaftler warnen vor dem Risiko. Da müssten vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) darauf schauen, warnte der Kommunikationswissenschaftler der Uni München. Andererseits werde es bei der Bund-Länder-Konferenz seiner Ansicht nach "ein sehr großes Begehren" geben, dass man lockert.

Beschlussvorlage sieht auf Ostern hin Erleichterungen vor

Trotz der Corona-Pandemie sollen die Bundesbürger Ostern offenbar wieder mit mehr Menschen feiern können. Laut einer Beschlussvorlage, die vor der Konferenz bekannt wurde, sollen in diesem Jahr für die Feiertage Verwandtenbesuche möglich sein.

Vom 2. bis zum 5. April sind demnach Treffen mit vier Personen außerhalb des eigenen Hausstands aus dem engsten Familienkreis zuzüglich von Kindern bis 14 Jahren erlaubt. Im vergangenen Jahr waren zu Ostern solche Treffen nicht möglich.

Der engste Familienkreis zählt

Zum engsten Familienkreis zählen demnach Ehegatten, Lebenspartner sowie Verwandte in gerader Linie sowie Geschwister und deren jeweilige Haushaltsangehörige. Zur Begründung heißt es in der Vorlage, "das besonnene Verhalten der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland während der Weihnachtstage hat eindrucksvoll gezeigt, wie Familienzusammenkünfte sicher gestaltet werden können".

Entsprechend dem Vorgehen in der Weihnachtszeit sollen Verwandte fünf bis sieben Tage vor dem Familientreffen Kontakte auf ein absolutes Minium reduzieren und sich testen lassen. Grundsätzlich soll aber der Lockdown bis zum 28. März verlängert werden.

Das Papier, das dem BR vorliegt, stammt von der sogenannten Viererrunde, der das Kanzleramt, das Bundesfinanzministerium und die Staatskanzleien von Berlin und Bayern angehören.

Buchhandlungen und Fahrschulen sollen öffnen dürfen

Der Beschlussentwurf vom Montagabend sieht zudem vor, dass bundesweit Buchhandlungen mit Hygienekonzepten öffnen dürfen - neben Blumengeschäften und Gartenmärkten, die in Bayern allerdings schon seit Montag wieder ihre Waren verkaufen.

Auch Fahr- und Flugschulen sollen wieder unterrichten dürfen. Allerdings müssten dem Entwurf zufolge Kunden und Personal einen tagesaktuellen Corona-Schnell- oder Selbsttest vorlegen.

Perspektive für Außengastronomie, Theater und Kinos

Bleibt die Inzidenz in einer Region auch nach der Öffnung von Einzelhandel und Museen stabil unter 35, sollen auch Außengastronomie sowie Theater und Kinos wieder starten dürfen. Dann soll auch kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich erlaubt werden.

Weitere Schulöffnungen stehen zur Debatte

Die Kultusminister der Länder sprachen sich zudem für weitere Öffnungen in den Schulen aus. "Sofern es die Infektionslage weiterhin zulässt, soll der in den jüngeren Jahrgängen und den Abschlussklassen begonnene Wechsel- oder Präsenzunterricht im März auf weitere Jahrgänge ausgeweitet und intensiviert werden", heißt es in einem Dienstag veröffentlichten Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK). Die KMK forderte zudem, für weitere Öffnungen flächendeckend Tests an den Schulen vorzunehmen.

Ende März ist weiterer Corona-Gipfel anvisiert

Über mögliche weitere Öffnungsschritte und eine Perspektive für alle dann noch geschlossenen Bereiche sollen die Regierungschefs der Länder mit der Kanzlerin bei einem weiteren Corona-Gipfel beraten - "im Lichte der Infektionslage unter Berücksichtigung der angelaufenen Teststrategie, des Impfens, der Verbreitung von Virusmutanten und anderer Einflussfaktoren". Die folgende Bund-Länder-Konferenz soll am 24. März stattfinden.

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Wie soll es weitergehen? Sind die Virusmutationen eine Gefahr? Wie lange halten es die Menschen noch im Lockdown aus? Stimmen und Meinungen aus München.

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