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B5aktuell Thema des Tages: Corona-Aufholprogramm für Schüler

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Corona-Folgen: Milliardenprogramm gegen Lernlücken bei Schülern

Nach einem Jahr Corona-Pandemie dürften sich bei vielen Schülerinnen und Schülern gewaltige Lern-Lücken aufgetan haben. Die Bundesregierung will dagegen etwas unternehmen und ein Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche auf den Weg bringen.

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Von
  • Dominik Einzel

Die Corona-Maßnahmen haben Kinder und Jugendliche überall ausgebremst, vor allem aber in der Schule: Eine Reihe von Studien haben untersucht, wie sich die Schulschließungen im Hinblick auf die Lernleistungen in den Fächern Mathematik und Deutsch, manchmal auch in den Naturwissenschaften, im Vergleich zu den Jahrgängen vor der Pandemie ausgewirkt haben.

Die Untersuchungen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass es über alle Altersgruppen, alle Bildungsniveaus und Bildungsmilieus hinweg zu negativen Effekten gekommen ist. Das erklärte Schulpädagoge Professor Klaus Zierer im B5 aktuell Thema des Tages. "Alle Kinder haben Lernrückstände zu verzeichnen", so Zierer weiter, wobei Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus stärker betroffen seien.

Aufholprogramm soll Schaden begrenzen

Das Bundeskabinett will heute ein Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche beschließen. Es umfasst ein Fördervolumen von zwei Milliarden Euro und soll Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in allen Bundesländern unterstützen. Eine Milliarde soll gezielt in Nachhilfe gesteckt werden, also zum Beispiel in Kurse von Stiftungen, Vereinen, Volkshochschulen, pensionierten Lehrkräften oder kommerziellen Nachhilfeanbietern. Die zweite Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um soziale und psychische Folgen der Corona-Krise bei Kindern und Jugendlichen abzufedern.

Einmalzahlung für Kinder aus einkommensschwachen Familien

Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben, sollen einmalig 100 Euro überwiesen bekommen, die sie je nach Bedarf für Ferien-, Sport- oder Freizeitaktivitäten verwenden können. Mehr Geld sollen aber auch Kitas in sozialen Brennpunkten bekommen, um Kindern, die lange nicht in den Einrichtungen waren, gezielt Sprachförderung anzubieten. Auch eine stärkere Förderung von Schulsozialarbeit, Freizeitangeboten und kostengünstigen Ferienfahrten ist geplant. Vereine vor Ort sollen ebenfalls mehr Geld bekommen.

Schnelle Umsetzung gefordert

Wenn das Bundeskabinett das Corona-Aufholprogramm heute beschließt, müsse es schnell umgesetzt werden, fordert der Deutsche Städtetag. "Wir müssen Kindern und Jugendlichen unmittelbar helfen, damit sie soziale und psychische Folgen durch die Lockdowns bewältigen können", so Vizepräsident Markus Lewe. Es dürfe keine Zeit und Kraft mit komplizierten Antragsverfahren verplempert werden. Lewe, der auch Oberbürgermeister von Münster ist, rief die Länder zudem dazu auf, das Bundesgeld durch eigene Mittel "spürbar" zu ergänzen.

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