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Nach dem Astrazeneca-Impfstopp hat sich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zum laufenden Prüfverfahren geäußert. Derzeit werde die Sicherheit des Vakzins untersucht. Bislang gebe es keine Beweise für einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen.

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EMA über Astrazeneca-Impfstoff: Nutzen höher als Risiken

Nach dem Astrazeneca-Impfstopp hat sich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zum laufenden Prüfverfahren geäußert. Derzeit werde die Sicherheit des Vakzins untersucht. Bislang gebe es keine Beweise für einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Irina Schroll

Nachdem Deutschland und andere EU-Staaten die Impfungen mit Astrazeneca vorerst ausgesetzt hatten, äußerte sich Emer Cooke, die Direktorin der Europäische Arzneimittelbehörde EMA, am Dienstagnachmittag auf einer virtuellen Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen und zum laufenden Prüfverfahren.

EMA-Direktorin über Astrateneca-Impfstoff: Nutzen höher als Risiken

Derzeit sei der Nutzen der Corona-Impfung mit Astrazeneca höher als die Risiken. Solange die Untersuchungen der EU-Behörde andauerten, sei man entschieden überzeugt, dass die Vorteile des Impfstoffs bei der Verhinderung einer Corona-Infektion das Risiko überwögen, bekräftigte EMA-Chefin Cooke.

Die EMA könne jedoch noch keine abschließende wissenschaftliche Beurteilung des Impfstoffs geben. Man brauche zuerst die Fakten. Vorher könne man keine Schlussfolgerung treffen.

Hintergrund für den Stopp der Astrazeneca-Impfung waren Berichte über Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess. Es könne nach Impfungen jederzeit zu Nebenwirkungen kommen, die man vorab noch nicht kannte. Laut Cooke ist das keine unübliche Situation. Es gehe jetzt darum, herauszufinden, ob die Thrombosen tatsächlich eine Nebenwirkung des Impfstoffs sind, oder eine zufällig auftretende Erscheinung.

  • Alle Infos zur Corona-Impfung finden Sie auch hier.

Keine Beweise für Zusammenhang mit Thrombosen

Beweise, dass die bisher bekannten Thrombose-Fälle mit der Astrazeneca-Impfung zusammenhängen, gibt es keine. Das sei jedoch der aktuelle Stand. Deswegen brauche es nun eine umfassende wissenschaftliche Einordnung.

Die für die Prüfung zuständige Expertenkommission setzt sich unter anderem zusammen aus Vertretern des Gesundheitswesens. Diese habe sich bereits getroffen und werde auch heute wieder zusammenkommen, erläuterte Cooke. Die EMA schaue sich bei ihrer Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs auch an, ob nur einzelne Chargen betroffen sind. Das sei Teil der Prüfung, sagte die Chefin der Behörde.

Die Europäische Arzneimittelagentur prüft nun, ob und wie sich die Erkenntnisse auf das Nutzen-Risiko-Profil des Astrazeneca-Impfstoffs und die EU-Zulassung auswirken. Sobald es weitere Informationen zur Sicherheit des Imfpstoffs gebe, solle die Öffentlichkeit umgehend informiert werden, so EMA-Chefin Cooke. Am Donnerstag wolle die EMA eine Einschätzung zur weiteren Verwendung abgeben.

Paul-Ehrlich-Institut: Zusammenhang ʺnicht unplausibelʺ

Die sieben Fälle der speziellen Thrombose in Deutschland, die Grund des Aussetzens der Astrazeneca-Impfungen waren, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag mit.

Sechs hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt. Darunter allesamt Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. ʺAlle Fälle traten zwischen 4 und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca aufʺ, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben.

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung ʺnicht unplausibelʺ ist, hieß es vom PEI.

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