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Corona: Dramatische Lage in Irland kurz nach Lockdown | BR24

© REUTERS/Clodagh Kilcoyne

Corona: Dramatische Lage in Irland kurz nach Lockdown

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Corona: Dramatische Lage in Irland kurz nach Lockdown

Nach sechs Wochen Lockdown und einem niedrigen Inzidenzwert sind die Zahlen in Irland seit Jahresbeginn wieder nach oben geschnellt. Anfang der Woche lag der Wert bei 1.400. Die neue Mutation macht offenbar einen Großteil der Infektionen aus.

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Von
  • Imke Köhler
  • BR24 Redaktion

Anfang der Woche hatte Irland weltweit die höchsten Zahlen täglicher Covid-Fälle pro Million Einwohner. Irlands Krankenhäuser sind jenseits der Belastungsgrenze. Der 14-Tage-Inzidenzwert lag bei knapp 1.400 pro 100.000 Einwohner. Und das, obwohl er Anfang Dezember nach einem sechswöchigen Lockdown noch bei 78 gelegen hatte.

Neuinfektionen schießen seit Jahresbeginn nach oben

Für den dramatischen Anstieg seither gibt es dem medizinischen Regierungsberater Dr. Tony Holohan zufolge mehrere Gründe, aber das Weihnachtsgeschäft und die Zusammenkünfte an Weihnachten werden zweifellos dazugezählt. Die Iren hätten die Zahl ihrer Kontakte sehr schnell erhöht bis auf das Niveau vor der Pandemie, so Holohan.

Die Kurve der Neuinfektionen hat seit Jahresbeginn gar keine Kurvenform mehr, sie ist fast senkrecht nach oben geschossen. Mitverantwortlich dafür wird auch das mutierte Virus gemacht, das zunächst im Südosten Englands nachgewiesen worden war. Philip Nolan, der Chef des Krisenstabs des irischen Gesundheitsministeriums (NPHET) erwartet, dass das mutierte Virus in den kommenden Wochen zur dominierenden Variante wird. In einer Gruppe von 94 positiven Tests habe man in 43 Fällen die mutierte britische Variante gefunden. Das seien 45,5 Prozent.

Wieder schärfste Restriktionen in Irland

Angesichts der Lage ist Irland inzwischen längst wieder zurück in der höchsten Risikostufe mit den schärfsten Restriktionen. Außer Lebensmittelgeschäften und Apotheken hat alles zu, auch die Schulen sind geschlossen. In den Krankenhäusern arbeitet das Personal dagegen mehr und mehr am Limit.

Prof. Paul Ridgeway vom Tallaght University Hospital Dublin berichtete dem irischen Sender RTE am Montag von einem Höllenwochenende. Der Bedarf habe die Kapazitäten seiner Intensivstation überschritte: "Ich kann Ihnen von der Frontlinie sagen: Wir stehen unter Druck, wir sind müde und wir sind abgekämpft."

"Bitte, bitte bleiben Sie zu Hause!"

Eine Empfindung, die Dr. Andrew Westbrook vom St. Vincent Hospital Dublin teilen dürfte. Nachdrücklich appelliert er an die Iren: "Bitte, bitte bleiben Sie zu Hause! Bitte halten Sie Abstand und tragen Sie einen Mund-Nasenschutz."

Seit Beginn der Pandemie sind in Irland, das nur rund fünf Millionen Einwohner hat, knapp 160.000 Corona-Infektionen gemeldet und 2.460 Todesfälle registriert worden.

© BR

In Großbritannien breitet sich die Mutation des Coronavirus weiter aus. Der medizinische Chefberater der Regierung warnt, die Versorgung im Krankenhaus könne schon in wenigen Wochen unter der Last an Patienten zusammenbrechen.

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