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Spahn geht von Corona-Winter ohne Veranstaltungen aus | BR24

© picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

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Spahn geht von Corona-Winter ohne Veranstaltungen aus

Gesundheitsminister Spahn rechnet mit längeren Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Veranstaltungen mit größerer Teilnehmerzahl erteilte Spahn für den kommenden Winter eine Absage. Die Idee vorgezogene Weihnachtsferien hält er für sinnvoll.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stimmt die Deutschen in der Corona-Pandemie auf eine längere Zeit mit persönlichen Einschränkungen ein. Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen mit dem Teil-Lockdown im November wieder gedrückt werde, heiße das nicht, dass ab Dezember oder Januar überall wieder richtig gefeiert werden könne. "Das wird nicht funktionieren", sagte der CDU-Politiker im Inforadio des RBB.

"Wir müssen es ja miteinander schaffen, durch diesen Winter insgesamt zu kommen, mit Zahlen auf einem niedrigeren Niveau. Deswegen finde ich schon jetzt die Botschaft wichtig: Veranstaltungen mit mehr als zehn, fünfzehn Personen (...) sehe ich in diesem Winter nicht mehr." Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Verlängerte Weihnachtsferien könnten "pragmatischer Ansatz" sein

Offen zeigte sich Spahn für die Idee von Nordrhein-Westfalen, die Weihnachtsferien etwas früher beginnen zu lassen, um das Fest mit der Familie feiern zu können. "Das ist ein pragmatischer Ansatz." Besonders wichtig sei, dass es für Schulen und Kitas Planbarkeit geben müsse - für Eltern, Kinder, Lehrer und Erzieher. "So was wie im Frühjahr, über Monate geschlossen, aber keiner weiß genau, wann und wie wieder geöffnet wird - das war eine echte, harte Belastung für alle", sagte der Minister.

Zahl der Intensivpatienten dürfe nicht über 6.000 steigen

Unterdessen befürchtet der Bundesgesundheitsminister, dass sich die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen noch in diesem Monat verdoppeln wird. Wenn es über einen längeren Zeitraum täglich 20.000 Neuinfizierte gebe und davon zwei Prozent jeweils zwei Wochen lang auf Intensivstationen behandelt werden müssten, werde ihre Zahl im November wahrscheinlich auf mehr als 6.000 gleichzeitig steigen. Mit dieser Zahl könnten Ärzte und Pflegekräfte noch umgehen.

"Höher dürfen die Zahlen nicht steigen. Falls doch, würden wir absehbar an einen Punkt kommen, an dem das Gesundheitssystem überfordert ist." Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt 21.866 neue Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf 727.553. Zudem wurden 215 weitere Todesfälle gemeldet. Damit starben bisher insgesamt 11.982 Menschen an oder mit dem Virus.

© BR

Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts, schätzt die aktuelle Corona-Lage ein. Er sieht die Kliniken an Kapazitätsgrenzen kommen und befürchtet eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus in einzelnen Regionen Deutschlands.

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