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Corona bringt Argentinien an Rand des Staatsbankrotts | BR24

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Dreimal war Argentinien bereits pleite. Nun verschärft die Corona-Krise zusätzlich die finanzielle Situation des Landes.

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Corona bringt Argentinien an Rand des Staatsbankrotts

In Argentinien könnte es mitten in der Corona-Krise zu einer Staatspleite kommen - falls sich Gläubiger und Regierung am heutigen Freitag nicht einigen. Doch es wäre nicht der erste Bankrott für das südamerikanische Land.

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Die Uhr tickt immer lauter: Mitten in der Corona-Krise droht Argentinien in eine Staatspleite zu rutschen. Heute, am 8. Mai, endet die Frist, die die Regierung in Buenos Aires den Gläubigern gesetzt hatte, um einer Umschuldung zuzustimmen. Das heißt: Wer argentinische Staatsanleihen gekauft hat, soll auf einen Teil des Kapitals und vor allem auf einen großen Teil der zugesagten Zinsen verzichten. Und alle Zahlungen sollen für drei Jahre ausgesetzt werden.

Gläubiger wollen nicht auf Geld verzichten

Das Land brauche einen deutlichen Schuldenschnitt, sonst könne es seine Verbindlichkeiten nicht mehr tragen, das sieht nicht nur die Regierung Argentiniens so, sondern auch der Internationale Währungsfonds.

Doch die Gläubiger - das sind vor allem internationale Investmentfonds - halten die Vorgaben aus Buenos Aires für viel zu hart und lehnen das vorliegende Angebot ab. Sie müssten auf mehr als 40 Milliarden Dollar verzichten beziehungsweise auf mehr als 60 Prozent der insgesamt versprochenen Zahlungen.

Frist könnte möglicherweise verlängert werden

Falls es keine Einigung gibt, wäre ein Staatsbankrott Argentiniens die Folge. Und zwar voraussichtlich schon in zwei Wochen. An einer Pleite des Landes dürften aber auch die Gläubiger kein Interesse haben, weil sie dann vermutlich ebenfalls hohe Verluste verbuchen müssten. Deswegen könnten die Fristen auch noch einmal verlängert werden.

Die Positionen in diesem Verhandlungspoker sind jedenfalls immer noch sehr weit auseinander. Am Rand des Bankrotts stand Argentinien schon vor der Corona-Krise, diese verschlimmert die Ausgangslage aber zusätzlich. Es wäre schon die dritte Staatspleite seit dem Jahr 2000.

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