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Corona-Beratungen mit Merkel: Söder drängt auf gemeinsame Linie | BR24

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Wie geht es weiter im Kampf gegen Corona? Markus Söder drängt auf bundesweit einheitliche Regeln für regionale Maßnahmen - eine Corona-Ampel zum Beispiel. Wie groß sind seine Erfolgsaussichten?

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Corona-Beratungen mit Merkel: Söder drängt auf gemeinsame Linie

Wie geht es weiter im Kampf gegen Corona? Markus Söder drängt auf bundesweit einheitliche Regeln für regionale Maßnahmen wie etwa eine Corona-Ampel. Bei steigenden Infektionszahlen müsse man zeitig handeln – auch im Hinblick auf Herbst und Winter.

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Vor der Videokonferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin am Nachmittag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch einmal auf die Notwendigkeit bundeseinheitlicher Corona-Regeln hingewiesen. Notwendig sei ein einheitliches, verbindliches und verlässliches Regelwerk, das dann in ganz Deutschland gelte, so Söder im Interview mit der Bayern 2-radioWelt.

BR24 überträgt die Pressekonferenz nach den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher ab 17 Uhr live.

Söder: Stufenweise Ausweitung der Maßnahmen erforderlich

Anhand des derzeitigen Infektionsgeschehen sei Vorsicht geboten - um Deutschland herum gebe es wieder Rekordzahlen an Ansteckungen und die Entwicklung "wachse leider wieder in die Krankenhäuser hinein". Wie es derzeit in Bayern bereits gehandhabt werde, müsse man deshalb ab bestimmten Fallzahlen Maßnahmen zur Eindämmung der Ansteckungszahlen ergreifen.

Ab einem Wert von 35 beziehungsweise 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen brauche es stufenweise neue Regeln wie eine Ausweitung der Maskenpflicht an "öffentlichen Partyplätzen" und Kontaktbeschränkungen bei privaten Feiern. Es habe sich gezeigt, dass gerade die Kombination von Feiern und Alkohol einer der Hauptgründe für das steigende Infektionsgeschehen sei.

Priorität: Kein genereller Lockdown

Söder sagte im Interview mit der Bayern 2-radioWelt:

"Wir wollen keinen generellen Lockdown. Wir haben das Ziel, Schule und Kitas zu erhalten, Arbeitsplätze, auch die Arbeit weiterlaufen zu lassen, ... aber dann muss ich doch einen Regelungsmechanismus haben, der für alle in Deutschland verlässlich gilt. Und das heißt: Wenn die Zahlen nach oben gehen, dann muss man reagieren." Markus Söder

Corona-Ampel könnte Takt vorgeben

Söder warnte vor Entwicklungen wie im benachbarten Ausland, wo die Infektionszahlen stark steigen. Deshalb sei ein Mechanismus wie eine Corona-Warnampel, die bei Überschreiten bestimmter Infektionszahlen auf Gelb oder Rot springt und entsprechende Maßnahmen in Kraft treten lässt, richtig.

Neue Infektionsherde zeitnah angehen

Söder pflichtete in diesem Zusammenhang der Bundeskanzlerin bei, die am Montag bereits vor steigenden Infektionen im Herbst und Winter gewarnt hatte. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, werde es zu Weihnachten Zahlen wie in Frankreich geben, hatte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums gesagt. Man müsse lokale Infektionsherde nun sehr deutlich angehen.

"Es wird auf jeden Fall kein einfacher Herbst und Winter. Es gibt jetzt schon erste Erkältungen. Wenn man jetzt etwas vorsichtiger agiert, dann hat man hinterher weniger Schaden." Markus Söder

Feiern jetzt in den Fokus nehmen

Die Urlaubs- und Heimkehrersaison habe man ganz gut in den Griff bekommen, so Söder, aber: "Jetzt kommt die ganze Situation von Leichtsinn und Partys. Die Nachrichten aus ganz Deutschland sind gleich."

Infektionsherde entstünden jetzt gerade bei privaten Feiern wie Hochzeiten, Beerdigungen und Geburtstagen. Deswegen brauche man Bußgelder und eine Nachverfolgbarkeit der Gäste. Das gelte auch im Gastronomiebereich. Missbrauch, wie er derzeit oft bei den Gästelisten betrieben werde, sollte nach Söders Worten auch dort mit Bußgeldern belegt werden.

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