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Bei der Corona-Bekämpfung ging Schweden bisher einen Sonderweg. Nun wird dieser Weg zunehmend eingeschränkt.

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    Corona-Bekämpfung: Warum auch Schweden immer mehr einschränkt

    Schweden reagiert auf deutlich steigende Corona-Zahlen: Schon seit dem Wochenende dürfen Kneipen oder Clubs nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken. Seit Dienstag sind öffentliche Veranstaltungen mit mehr als acht Personen verboten.

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    Von
    • Carsten Schmiester
    • BR24 Redaktion

    Im Kampf gegen stark steigende Corona-Infektionszahlen zieht das ansonsten recht freizügige Schweden die Daumenschrauben an: Seit Dienstag dürfen sich nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln. Lange Zeit lag da die Obergrenze bei 50, in besonderen Fällen kurzzeitig sogar bei 300. Einzige Ausnahme sind nun Beerdigungen mit höchstens 20 Trauernden.

    Ministerpräsident: Zu wenige halten sich an Empfehlungen

    Diese neue und bisher härteste Einschränkung gilt zunächst für die kommenden vier Wochen, dann wird über eine mögliche Verlängerung auch über Weihnachten und den Jahreswechsel hinaus entschieden. Am Sonntag hatte sich Ministerpräsident Stefan Löfven zum ersten Mal seit März in einer Fernsehansprache zur ernsten Coronalage im Land geäußert. Er hatte die Menschen aufgefordert, zusammenzustehen und die Ratschläge der Gesundheitsbehörde zu beachten.

    "Mehr Menschen stecken sich an. Mehr Intensivbetten werden für Schwerkranke mit Covid-19 benötigt. Mehr Menschen sterben", hatte er gewarnt. Zu viele Menschen hielten sich nicht an die Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung.

    Trotz Corona-Bilanz: Geschäfte bleiben weiterhin geöffnet

    Grundsätzlich bleibt es aber beim schwedischen Sonderweg mit weiter geöffneten Läden, Restaurants und ohne Maskenpflicht. Die neue Acht-Personen-Obergrenze gilt zudem nicht im privaten Bereich. Da gibt es keinerlei Kontaktbeschränkungen, weil die schwedische Verfassung staatliche Eingriffe in die persönliche Freiheit jeder und jedes Einzelnen ausschließt.

    Schweden war in der Corona-Krise bislang einen vielbeachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Stark steigende Corona-Zahlen haben in Stockholm aber erneut große Sorgen ausgelöst.

    Mehr als 6.000 Todesfälle

    Das skandinavische Land mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern hat bislang mehr als 208.000 Infektionsfälle und mehr als 6.400 mit dem Coronavirus in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen ist auf die Bevölkerung heruntergerechnet fast doppelt so hoch gewesen wie in Deutschland.

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