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Corona-Ausbreitung: Es kommt nun auf die 20- bis 40-Jährigen an | BR24

© picture alliance / AP Photo/Markus Schreiber

Berlins Bürgermeister Müller: Es ist "nicht die Zeit des Feierns" und "des unbedachten Zusammenkommens". Jugendliche im Mauerpark im Sommer 2020

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    Corona-Ausbreitung: Es kommt nun auf die 20- bis 40-Jährigen an

    Die Zahl der Corona-Infizierten steigt. Angesichts der Lage hat Berlins Regierender Bürgermeister Müller vor allem die Jüngeren aufgefordert, sich an die Regeln zu halten. Virologe Christian Drosten warnt vor allem vor Falschinformationen.

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    Von
    • Kai Küstner

    Von einem "Charaktertest für die Gesellschaft" sprach Gesundheitsminister Jens Spahn mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Botschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Michael Müller klingt ganz ähnlich: "Wir haben es gemeinsam und selbst in der Hand, wie es sich weiter entwickelt."

    Berlins Bürgermeister Müller: Es kommt auf die 20- bis 40-Jährigen an

    Aus dessen Sicht haben es gerade die Jüngeren in den Großstädten selbst in der Hand, die Corona-Situation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Michael Müller fordert sie daher auf, "zu erkennen, dass es tatsächlich nicht die Zeit des Feierns ist und die Zeit des unbedachten Zusammenkommens" sei. Und dass es "gerade auf diese 20- bis 40-Jährigen jetzt ankommt."

    Auch wenn es bedrückend sei, jetzt einen Rückschritt erleben zu müssen, verteidigte Müller die in der Hauptstadt ergriffenen Maßnahmen wie etwa eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Das Feiern in großen Gruppen sei nun mal eines der Hauptprobleme. Müller (SPD) sagt: "Stundenlang eng zusammenstehen, zusammen feiern, sich anfassen, zusammen singen, Alkoholkonsum. All das spielt eine Rolle."

    Chefvirologe Christian Drosten: "Viele Irrlichter"

    Der Chefvirologe der Berliner Charité, Professor Christian Drosten hält es für entscheidend, dass die Bevölkerung richtig informiert wird. Nur dies werde die Menschen vor einer schwierigen Situation retten. Er verstehe es daher nicht, so Drosten, wenn darüber geredet werde, ob diese Erkrankung denn wirklich noch so gefährlich sei. "Da sind einfach viele Irrlichter unterwegs in der Öffentlichkeit", erklärte der Mediziner wörtlich.

    Berliner Charité: Mangel an Pflegekräften für Intensivstationen

    Auch Klinikbetreiber in Deutschland warnten vor dem Trugschluss, dass die Sache mit dem Virus so schlimm ja nicht sein könne. Etwa, weil es ja eine große Zahl an leerstehenden Intensivbetten gebe.

    Ulrich Frei, der an der Berliner Charité für das Personalmanagement zuständige Vorstand, sagt: "Ja, das stimmt, wir haben Intensivbetten. Da stehen Beatmungsgeräte, da stehen Infusionspumpen, da stehen Monitore. Aber da steht keine Pflegekraft."

    Der Mangel an Intensiv-Pflegekräften sei der Knackpunkt. Und den gebe es schon seit langer Zeit. Das bestätigt auch der Vertreter der Uniklinik in Frankfurt am Main.

    Insgesamt sehen sich die Krankenhäuser nun wieder vor die schwierige und moralisch heikle Herausforderung gestellt, wegen einer steigenden Zahl von Corona-Patienten andere Operationen und Behandlungen verschieben zu müssen.

    Eindämmung des Virus: Jeder ist gefordert

    Insgesamt lautet der gemeinsame Tenor von Politik und Medizin: Wir befinden uns an einer entscheidenden Wegmarke. Die Eindämmung eines Virus lässt sich nicht von oben verordnen – es kommt auf jeden Einzelnen an. Gerade jetzt.

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