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Corona auf Mallorca: Ferienhausvermieter als Krisengewinner | BR24

© Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/ZB

Wohn- und Ferienhäuser in der Bucht von Alcudia

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    Corona auf Mallorca: Ferienhausvermieter als Krisengewinner

    In Spanien sind Hoteliers unzufrieden: Nach der Corona-Zwangspause sind ihre Häuser nur zu maximal 40 Prozent ausgelastet. Deutlich besser sieht es für Vermieter von Ferienhäusern und -wohnungen aus - wie etwa auf Mallorca.

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    Marco Bauer hat lange überlegt, ob er mit seiner Familie in diesem Sommer wirklich nach Mallorca fliegen soll. Seine Frau und die beiden Söhne hatten Lust auf Strandurlaub, erzählt der Düsseldorfer – aber nicht auf Menschengedränge in einem Hotel in Zeiten einer Viruspandemie.

    "Ich habe ein Ferienhaus gemietet. Weil das mit dem Hotel war mir zu unsicher", erzählt Bauer. "Man hat ja im Winter gesehen, dass ganze Hotels abgesperrt wurden, als es einen Coronafall gab. Ich wollte nicht, dass mir das passiert. Hier im Ferienhaus hat man keine fremden Menschen um sich herum und man fühlt sich sicherer."

    Ferienhäuser mit Corona-Sicherheitskonzept

    Marco sitzt mit seiner Familie auf der Terrasse ihrer Finca bei Santanyí im Südosten Mallorcas und genießt den Sonnenuntergang. Zum nächsten Strand sind es zehn Minuten mit dem Mietwagen.

    Ein Konzept, auf das in diesem speziellen Sommer überraschend viele Urlauber setzten, sagt Maria Gibert, die Chefin von Habtur, dem Verband der Ferienhausvermieter auf den Balearen. Nach ihren Worten bieten Ferienhäuser und -wohnungen mehr Sicherheit als Hotels. Denn das Ein- und Auschecken laufe komplett kontaktlos ab: "Die Besitzer schicken dem Mieter normalerweise den exakten Standort des Hauses per Mail oder aufs Handy. In der Unterkunft liegt dann der Anmeldebogen für die Urlauber bereit. In diesen Zeiten ist es sehr wichtig, dass er sorgfältig ausgefüllt wird." Die Schlüssel seien meistens in kleinen Safes deponiert, die per Pin-Code geöffnet werden. All das sorge für Sicherheit für den Tourist.

    Trotz guter Nachfrage ist Geschäftsjahr "verloren"

    Von den rund 15.000 Ferienhäusern und Ferienwohnungen, die auf Mallorca offiziell Touristen angeboten werden, waren im Juli 75 Prozent belegt. Von einer solchen Quote träumen Hoteliers zurzeit; sie kommen höchstens auf 30 bis 40 Prozent Auslastung. "Im Vergleich zu den Hotels sind unsere Zahlen großartig", so Gibert. "Aber bei uns knallen jetzt nicht die Sektkorken." Der Tourismus habe monatelang brach gelegen und "auch wenn wir jetzt zwei Monate eine sehr gute Nachfrage haben – das Geschäftsjahr ist trotzdem verloren."

    Immerhin: Für den August rechnet der Verband mit einer Auslastung von bis zu 80 Prozent. Wer aktuell Ferienhäuser mit Meerblick für die kommenden Wochen sucht, findet kaum noch etwas. Selbst für Häuser im Inselinneren rufen die Besitzer oft Preise von mindestens 250 Euro pro Nacht auf.

    Keine Ferienhäuser und -wohnungen mehr in Palma

    Urlaub in der Inselhauptstadt Palma ist dagegen nur im Hotel möglich; seit drei Jahren gibt es dort keine offiziellen Ferienwohnungen oder Ferienhäuser mehr. Die Stadt hat den Betrieb verboten – nach heftigen Protesten der Anwohner. Sie hatten beklagt, dass Einheimische kaum mehr eine bezahlbare Wohnung in der Innenstadt finden, dass die Ferienvermietung die Mieten für Normalverdiener hochtreibt.

    "Heute haben die Bewohner von Palma deutlich bessere Chancen, eine Wohnung zu bekommen", so Joan Forteza, Präsident des Verbandes der Nachbarschaftsvereine Palma. "Zum einen sind die Kauf- oder Mietpreise niedriger, zum anderen sind einfach mehr Objekte auf dem Markt. Das wäre vor kurzem noch undenkbar gewesen."

    Urlauber, die aus Corona-Angst möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen suchen, wäre in der engen Altstadt von Palma ohnehin nicht gut aufgehoben. Da eignet sich das weitläufige Hinterland Mallorcas besser. Allerdings: Dieser mutmaßlich virusfreie Urlaub ist deutlich teurer als Ferien in den meisten Hotels der Insel.

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