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Corona-Ansteckungsrate übersteigt wieder kritischen Wert | BR24

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Schild Abstand halten am Walchensee

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Corona-Ansteckungsrate übersteigt wieder kritischen Wert

Die Corona-Pandemie in Deutschland gewinnt möglicherweise wieder an Dynamik: Die sogenannte Reproduktionszahl stieg über die kritische Marke 1. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

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Die Ansteckungsrate beim neuen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Die sogenannte Reproduktionszahl liegt mit Datenbestand 9. Mai 0 Uhr bei 1,10, wie das RKI am Samstagabend mitteilte.

Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit einem Erreger im Schnitt ansteckt. Das RKI hat immer wieder betont, damit die Epidemie abflaue, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Am Mittwoch hatte das RKI den Wert noch mit 0,65 angegeben, seitdem war die Reproduktionszahl stetig gestiegen. Am Freitag wurde sie auf 0,83 geschätzt. Die Reproduktionszahl ist allerdings mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

RKI mahnt: Entwicklung aufmerksam beobachten

Das RKI erklärte, angesichts statistischer Schwankungen, die durch die gegenwärtig relativ geringe Zahl von Infizierten noch verstärkt würden, lasse sich nicht sagen, "ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt". Der Anstieg der geschätzten Reproduktionszahl mache es aber in jedem Fall "erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten".

Mehr als 44.200 Infektionen in Bayern

Deutschlandweit wurden laut RKI (Datenbestand Sonntag, 10.5.20, 0 Uhr) mittlerweile 169.218 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, 7.395 Menschen starben an Covid-19. Rund 144.400 Menschen sind inzwischen genesen. In Bayern gibt es den Angaben zufolge 44.265 bestätigte Corona-Infektionen sowie 2.153 Todesfälle. Rund 37.700 der Betroffenen sind genesen.

Bund und Länder haben am Mittwoch weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen angekündigt, die je nach Bundesland unterschiedlich umfangreich und schnell in Kraft treten. Einigen Menschen geht dies nicht weit genug. So fanden am Samstag in mehreren deutschen Städten Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen statt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte, es sei zu erwarten, dass "wir in das exponentielle Wachstum zurückkehren". Die Lockerungen seien "zu schlecht vorbereitet worden".

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In Deutschland ist die Ansteckungsrate beim Coronavirus wieder gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, hat die sogenannte Reproduktionszahl die kritische Marke von 1 erneut überschritten; Experten schätzen sie auf 1,1.