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Contra: Wählern mit 16 fehlt ein Stück weit die Reife | BR24

© BR/Katrin Schirner

"Kinder an die Macht" - das klingt schick, aber Kinder sind Kinder, und selbst mit 18 Jahren ist man noch nicht reif für alles. Und Reife erfordert die Wahlentscheidung schon, findet Kathrin Schirner.

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Contra: Wählern mit 16 fehlt ein Stück weit die Reife

"Kinder an die Macht" - das klingt schick, aber Kinder sind Kinder, und selbst mit 18 Jahren ist man noch nicht reif für alles. Und Reife erfordert die Wahlentscheidung schon, findet Katrin Schirner.

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Kinder an die Macht – das ist gerade schick. Aber die Welt wird nicht dadurch gerettet, dass Jugendliche an die Wahlurne gehen. Der logische Trugschluss: Zukunftsprobleme werden nur gelöst, wenn die darüber abstimmen können, die noch möglichst viel Zukunft vor sich haben. Ach wirklich? Dann sollte man doch vielleicht eher verbieten, dass Ältere noch wählen dürfen. Diejenigen, die mit ihren SUV das Klima zerstören und mit ihren Ansprüchen an die Rente den Jungen das Geld aus der Tasche ziehen.

Meinungen haben die 16-Jährigen, aber die Reife fehlt

Natürlich haben 16-Jährige schon eine politische Meinung – keine Frage. Aber auch Zehnjährige finden es blöd, wenn die Bienen sterben. Warum also erst mit 16 Jahren wählen, und nicht schon mit 14 oder 12, oder noch früher? Generell hat es ja seinen Sinn, wenn die Gang zur Wahlurne an die Volljährigkeit geknüpft wird. Jugendliche mit 16 Jahren dürfen so allerlei noch nicht. Keine Verträge unterschreiben, keinen Schnaps trinken...

Es ist keine Kleinigkeit, ein Parlament zu wählen. Ja gut, auch über 18-Jährige treffen ihre Entscheidungen nicht immer auf Grundlage rationaler Überlegungen. Aber die altmodische "Reife" als Voraussetzung zum Wählen ist eben nicht so ganz verkehrt.

Volle Einsicht in die Folgen des Handelns fehlt noch

Nicht umsonst hat der Gesetzgeber die volle Strafmündigkeit, also die Einsicht in die Folgen des eigenen Handelns, sogar erst bei 21 Jahren angesiedelt. Beliebt ist auch das Argument: Jugendliche würden sich mehr für Politik interessieren, wenn sie selbst wählen dürften. Aber da ernüchtert der Blick auf die Statistik. Die 18 bis 21-Jährigen gehen viel seltener zur Wahl als die Gesamtbevölkerung. Könnten sie sich öfter dazu aufraffen, wäre das ja schon ein Gewinn für die Interessen der Jugend.