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CNN frohlockt, Fox leidet: Der Medienstil der Biden-Regierung | BR24

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Bildrechte: picture alliance / abaca | Pool/ABACA

Der neue, demokratische US-Präsident Biden hat einen neuen Politikstil versprochen – der bezieht sich auch auf die Medien. Die waren unter Trump konfrontiert mit Lügen, Beschimpfungen, Desinformation. Manche mochten das – die meisten atmen jetzt auf.

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CNN frohlockt, Fox leidet: Der Medienstil der Biden-Regierung

Der neue, demokratische US-Präsident Biden hat einen neuen Politikstil versprochen – der bezieht sich auch auf die Medien. Die waren unter Trump konfrontiert mit Lügen, Beschimpfungen, Desinformation. Manche mochten das – die meisten atmen jetzt auf.

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Von
  • Julia Kastein

Erste Pressekonferenz im Weißen Haus, nur Stunden nach der Amtseinführung von Joe Biden. Ob sie eher ihrem Präsidenten oder der Wahrheit verpflichtet sei, wird die neue Regierungssprecherin, Jen Psaki, als erstes gefragt:

"Der Präsident würde jetzt sagen: Er arbeitet für das amerikanische Volk. Ich arbeite für ihn, und damit auch für das amerikanische Volk. Aber sein Versprechen ist, Transparenz und Wahrheit zurück in die Regierung zu bringen. Auch wenn die Wahrheit hart ist." US-Regierungssprecherin Jen Psaki

Pressezentrum im Weißen Haus: Normalität kehrt zurück

Tägliche Pressekonferenzen verspricht Psaki - unter Trump waren die schnell eingestellt worden. Und einen respektvollen Umgang miteinander sagt sie zu.

Beim eher linken Nachrichten-Sender CNN ist Kaitlan Collins, Chefkorrespondentin fürs Weiße Haus, beeindruckt. Von der Trump-Regierung war ihr mal wegen angeblicher Unhöflichkeit kurz die Akkreditierung entzogen worden. Sie freut sich über den ganz anderen Ton, und dass es keine Attacken auf Reporterinnen mehr gibt.

Fox News laufen die Zuschauer davon

Trumps ehemaligen Haussender FoxNews sieht das anders. Moderator Brian Kilmeade ringt sich ein wehleidiges Lob über Psaki ab: "Sehr professionell, sehr erfahren, sie hatte alle Antworten. Aber sie hatte ja auch freundliche Fragen. So hätte es auch bei Trump seien sollen. Aber nicht an einem einzigen Tag wurden seine Sprecher so behandelt."

Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist FoxNews nicht mehr der meistgesehene Kabelsender. Hundertausende Trump-Anhänger haben sich weggezappt - frustriert, weil der Sender die Lüge vom Wahlbetrug nicht mehr ganz so offensiv propagiert.

FoxNews reagierte prompt: Mit noch mehr Meinung in der Prime-Time am Abend. Doch die Quote ist erstmal noch schlechter als vorher.

Kein Regieren per Twitter mehr

Der neue Ton ist nicht der größte Unterschied: Trump regierte per Twitter, hielt seine fast 90 Mio. Follower mit täglich Dutzenden Posts zu allen Zeiten auf Trab – auch die Medien.

Joe Biden ist zwar auch bei Twitter. Aber er nutzt den POTUS-Account hauptsächlich zur Weiterverbreitung seiner Auftritte und Pressemitteilungen. Die traditionellen Medien werden dadurch aufgewertet, sagt Medienexperte Frank Sesno. Weil sie wieder eine größere Rolle beim Übermitteln der Gedanken und Worte des Präsidenten spielen.

"Der große Unterschied ist: Joe Bidens Kommunikations-Strategie ist informieren und überzeugen. Bei Donald Trump war es mobilisieren und attackieren." Prof. Frank Sesno von der George Washington University

Wie gehen die Medien mit Ex-Präsident Trump um?

Der Umgang mit dem Ex-Präsidenten wird die größte Herausforderung, sagt Medienexperte Sesno, der früher bei CNN war. Weil sein Name für Klicks und Quote sorgt.

Was werde passieren, wenn Trump in Michigan Wahlkampf mache, 10.000 Leute kommen und er fordere, dass die Gouverneurin dort des Amtes enthoben werden soll? "Ist das eine Top-Story? Ist das nur eine Meldung? Das sind die schwierigen Entscheidungen, die die Medien-Unternehmen fällen müssen, wenn Trump seine Stimmer wiederfindet und das sucht, wonach er süchtig ist, nämlich Medien und Publikum und das Gebrüll der Menge."

Auch Biden-Kritik wird laut

Vielleicht wirke der Umgang unter Biden zunächst etwas sanfter, weil alle erst einmal ausatmen. Aber seine Politik werde auch scharf hinterfragt, sagt Sesno. So wird Bidens bisheriges Regieren per Dekret beispielsweise von der eher liberalen "New York Times" schon deutlich kritisiert.

Aber: Für die Hauptstadt-Reporter könnten sogar ein paar freie Wochenenden rausspringen. Langweilig werde Politik deshalb nicht, meint Medienexperte Sesno: "Auf jeden Fall wird die Temperatur etwas niedriger, einfach, weil dieses große Feuer ein bisschen weniger Zündstoff bekommt."

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