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Aufgrund steigender Corona-Fallzahlen sind Clubs in Katalonien wieder geschlossen worden. Nun musste die Polizei in Barcelona Straßenpartys auflösen.

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Clubs wieder zu - Polizei in Barcelona löst Straßenpartys auf

Nur drei Wochen waren die Clubs in Katalonien geöffnet, nun mussten sie wegen steigender Corona-Zahlen wieder schließen. Die Polizei in Barcelona löste spontane Straßenpartys auf. Die spanische Tourismusbranche zeigt sich besorgt.

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Von
  • Claudia Steiner

Nachdem in Katalonien wegen steigender Corona-Infektionszahlen Nachtclubs wieder geschlossen worden sind, hat die Polizei in Barcelona Straßenpartys aufgelöst. In der Innenstadt und am Strand versammelten sich Hunderte Menschen zu spontanen Feiern. Fliegende Händler verkauften Alkohol. Die Clubs in der Stadt waren nach monatelangen Schließungen erst vor drei Wochen wieder geöffnet worden.

Steigende Corona-Zahlen

In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag auf 199 gestiegen - nahezu der Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären kann. So erging es Zypern, das erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt worden war und nun wegen mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zum Hochinzidenzgebiet wird. Damit gilt eine Quarantänepflicht für alle Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind.

Spanien wird bereits ab Sonntag als Risikogebiet eingestuft. Für Spanien-Reisende ergeben sich bisher noch keine praktischen Folgen: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung als Risikogebiet

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), wertet die Einstufung auch als Sicherheitsmaßnahme für den gesamten Reiseverkehr. "Mir scheint das eine angemessene Maßnahme, damit Reisen weiterhin sicher bleibt", sagte Bareiß der "Augsburger Allgemeinen". Die Bestimmungen der Einreiseverordnung dienten auch dazu, Menschen in der Pandemie das Reisen zu ermöglichen.

Er lehnte zugleich Aufrufe ab, bestimmte Urlaubsländer zu meiden: "Wiederkehrende Panikmache zulasten der Reisenden und der Branche, sobald die Zahlen steigen, ist nicht angebracht."

Kritik aus Tourismusindustrie

Die spanische Tourismusministerin María Reyes Maroto dagegen sagte, die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung. Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7). Auch die Todesrate sei niedriger als in Deutschland.

Spaniens Tourismusindustrie zeigte sich besorgt über die Einstufung des gesamten Landes als Risikogebiet durch Deutschland. "Natürlich sind wir beunruhigt", sagte die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina, der Deutschen Presse-Agentur. Aber die Buchungslage sei eigentlich noch recht gut, fügte sie hinzu. Auf Mallorca sind sieben von zehn Hotels wieder geöffnet.

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