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© pa / dpa / Uwe Anspach

Linda Teuteberg

FDP-Chef Christian Lindner hat Linda Teuteberg als neue Generalsekretärin vorgeschlagen. Sie soll Nicola Beer beerben, die ins Europaparlament möchte.

Eine Frau aus dem Osten, die sich als Innenpolitikerin profiliert hat - der Gedanke liegt nahe, dass die Entscheidung für Linda Teuteberg auch den kommenden Landtagswahlen in drei östlichen Bundesländern Deutschlands geschuldet ist.

"Personelle Verbreiterung" für die Liberalen

FDP-Chef Christian Lindner spricht von einer "weiteren personellen Verbreiterung" der Partei. Teuteberg habe die FDP in der Migrationsfrage positioniert und sich über die Fraktionsgrenzen hinweg Anerkennung erarbeitet. Sie stehe "für eine Politik der Mitte", für eine Kombination aus Empathie und Konsequenz, und er erhoffe sich, dass sie ihren Stil in andere Politikfelder übertragen kann.

Kernaufgabe: Wahlkampf organisieren

Als Generalsekretärin wäre Teuteberg die rechte Hand des Parteichefs, würde neben ihm das Bild der FDP prägen. Und: Sie wäre dafür verantwortlich, Wahlkämpfe zu organisieren - auch bei den drei ostdeutschen Landtagswahlen im Herbst. Lindner gab sich überzeugt, dass Teuteberg ihre Aufgaben exzellent lösen werde. Im Übrigen stehe sie nicht allein, habe lediglich "in der Mannschaft in der Sturmspitze eine andere Aufgabe als zuvor".

Teuteberg selbst sprach davon, dass sie mit Selbstbewusstsein. aber auch mit Demut an die Sache herangehen werde. Gefragt nach ihrer größten Schwäche, antwortete sie: "Das mögen andere beurteilen. Vielleicht ein bisschen Perfektionismus."

Karriere im kleinen FDP-Landesverband Brandenburg

Die Juristin Linda Teuteberg lächelt viel, gibt sich aber hart in der Sache. In ihrer Zeit im brandenburgischen Landtag setzte sie sich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein - eine heikle Aufgabe, weil es dabei auch um die Stasivergangenheit von Politikern ging. Teuteberg sagte damals, die von FDP, CDU und den Grünen einberufene Enquetekommission habe ein "Schweigekartell" beendet. Zukunft brauche Aufklärung.

Flüchtlingspolitik als Hauptthema im Bundestag

Für Schlagzeilen hatte Teuteberg zuletzt mit einer Anfrage an die Bundesregierung gesorgt, bei der es um Hinweise von Asylsuchenden auf mögliche Kriegsverbrecher ging. Teuteberg bezweifelte, dass die Bundesregierung das immer mit der gebotenen Ernsthaftigkeit verfolgt habe. Das Bundesinnenministerium widersprach diesem Eindruck, unter anderem mit der Argumentation, dass sich die meisten Hinweise auf Menschen im Herkunftsland bezogen hätten.