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Christchurch-Attentat: Angeklagter plädiert auf schuldig | BR24

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Ein Jahr liegt der verheerende Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch zurück. Nun hat sich der mutmaßliche Attentäter überraschend als schuldig bekannt. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe.

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Christchurch-Attentat: Angeklagter plädiert auf schuldig

Ein Jahr liegt der verheerende Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch zurück. Nun hat sich der mutmaßliche Attentäter überraschend als schuldig bekannt. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe.

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Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf eine Moschee im neuseeländischen Christchurch, hat sich der mutmaßliche Attentäter überraschend schuldig bekannt. Per Videoschalte aus seiner Gefängniszelle habe der 29-Jährige bei einer Anhörung vor dem Obersten Gericht die 51 Morde und 40 versuchten Morde zugegeben, erklärte die neuseeländische Polizei. Zuvor hatte der Angeklagte stets auf nicht schuldig plädiert.

Opfer des Attentats sollen am Prozess teilnehmen

Der Termin vor dem Gericht am Donnerstag war spontan anberaumt worden. Dem Angeklagte droht nun eine lebenslange Haftstrafe. Unter anderem wird ihm Terrorismus vorgeworfen. Bei Prozessbeginn muss Richter Cameron Mander auch entscheiden, nach wie vielen Jahren der Tatverdächtige erstmals einen Antrag auf Umwandlung zur Bewährungsstrafe stellen darf.

Der selbsterklärte Rassist soll dann ab Juni vor Gericht stehen, einen genauen Termin für das Urteil gibt es noch nicht. Wie die Polizei in Neuseeland mitteilte, solle kein Urteil gesprochen werden, bevor nicht alle Überlebenden des Attentats die Möglichkeit haben, an dem Prozess teilzunehmen. Bei den momentanen Einschränkungen wegen der Coronakrise, sei dies nicht möglich.

Angeklagter stellte vor der Tat rassistische Parolen ins Netz

Am 15. März 2019 hatte der mutmaßliche Täter in zwei Moscheen 51 Menschen getötet und Dutzend weitere verletzt. Mit einer Helmkamera übertrug er seine Tat live im Internet. Hunderttausende sahen das Video. Vor dem Angriff stellte er zudem eine 74-seitige Schrift mit rassistischen Parolen ins Netz. Viele hatten befürchtet, der Tatverdächtige werde den Prozess als Plattform zur Verbreitung seiner Ansichten nutzen.

Es handelt sich bei dem Anschlag um den tödlichsten in der modernen Geschichte Neuseelands. Das Land reagierte im Anschluss mit einem Verbot von halbautomatischen Waffen. Weltweit wurden außerdem Richtlinien zur Live-Übertragung von Videos in sozialen Netzwerken verändert.

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