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Chris Grau: "So kommen wir nirgends hin!" | BR24

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Münchner Runde: "Streit ums Klima"

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Chris Grau: "So kommen wir nirgends hin!"

Zum ersten Mal trafen in der "Münchner Runde" am Mittwoch Christopher Grau, Mitbegründer von "Fridays for Hubraum" und die Aktivistin Carla Reemtsma von "Fridays for Future" aufeinander. Und in manchen Punkten waren sie sich sogar einig.

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Der Streit ums Klima und das Klimapaket der Bundesregierung war am Mittwoch Thema bei der Münchner Runde: Christopher Grau, der Gründer von "Fridays for Hubraum" ging mit der Politik hart ins Gericht: "Für mich sieht das alles nach einem Vorwurfskarussell aus und das wird immer wieder angetrieben durch noch mehr Konfliktmöglichkeiten, wo sich alle Parteien immer gegenseitig was vorwerfen." "Fridays for Hubraum" versteht sich als Gegenbewegung von "Fridays for Future." "Das Problem ist, dass hier nichts mehr zustande kommt," so Grau. "Jeder sei "nur noch auf sich konzentriert." "Jeder geht jeden an – ‚nein, du machst das falsch, nein du machst das falsch‘ – so kommen wir nirgends wo hin!"

Panik sei "niemals eine Grundlage dafür, rationale Entscheidungen im Bereich Klimapolitik zu treffen." Außerdem fehle vielen Politikern einfach die Expertise: man müsse "den Ist-Zustand" verbessern, zum Beispiel mit alternativen Kraftstoffen, denn "alles, was neu produziert werden muss, stößt CO2 aus".

Carla Reemtsma: "Ich stimme da tatsächlich in einigen Punkten zu!"

Carla Reemtsma von "Fridays for Future" ging in der Kritik an der Politik ein Stück weit mit: "Ich stimme da tatsächlich in einigen Punkten zu: Das sind Parteien - alle kritisieren sich, alle beziehen sich so sehr auf sich selber." Wir befänden uns in der "größten Krise der Menschheit." Und weiter: "Wir spüren das vielleicht hier gerade noch nicht, aber im globalen Süden sterben Leute, leiden Leute unter Dürren, Überflutungen, Nahrungsmittelknappheit – das sind alles Folgen, die werden früher oder später hier auch ankommen. Und die Antwort der Bundesregierung ist: ein Steuergesetz aus dem Finanzministerium!" Das sei bezeichnend. Ihr Appell an die Politik: "Wo sind die großen Konzepte?" Es dürfe kein Sektor ausgenommen werden: "Wir müssen überall ran!"

Hubert Aiwanger: "Da verwirren wir doch nur die Leute!"

Der bayerische Wirtschaftsminister, Hubert Aiwanger, ist ebenfalls unzufrieden und kritisiert das Klimapaket der Bundesregierung: "Auf jeden Fall kostet uns diese Nummer schon über 50 Mrd. Euro – in Zeiten, wo wir über Altersarmut diskutieren, wo wir Krankenhäuser schließen müssen, Straßen kaputt sind, wir die Energiewende nach vorne bringen usw. Mir ist das viel zu viel Kleinkram – linke Tasche, rechte Tasche, da drei Cent drauf, dort wieder ein paar Cent weg: Da verwirren wir doch nur die Leute." Seine Forderung: "Wir brauchen den technischen Ausweg und nicht die steuerpolitische Verwirrung!"

Die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, findet das Klimapaket "voll Katastrophe", das Paket sei "ökologisch absolut wirkungslos und auf der anderen Seite auch noch sozial ungerecht."