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Ein Forscher des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac hält den Impfstoff in der Testphase vor sich.

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    China testet Corona-Impfstoff an Bevölkerung

    In China wird seit kurzer Zeit testweise ein Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac ausgegeben. Hunderttausende sind schon geimpft. Ein Besuch in einem Impfzentrum in der chinesischen Kleinstadt Haining.

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    Von
    • Steffen Wurzel

    Ein Krankenhaus in der Kleinstadt Haining im chinesischen Landesteil Zhejiang, rund 130 Kilometer südwestlich von Shanghai. Im vierten Stock befindet sich ein Impfzentrum: Eltern stehen mit ihren Kleinkindern für Routine-Grippeschutz-Impfungen an, auch einige ältere Menschen haben eine Wartenummer gezogen.

    Zwei Impftermine in der Woche

    Und: Wer will, kann sich telefonisch oder persönlich auf eine Warteliste für eine Covid-19-Impfung setzen lassen. Zweimal pro Woche wird hier im Krankenhaus gegen Covid-19 geimpft, auch wenn jeweils nur einige wenige Interessierte zum Zuge kommen.

    Die Ärztin, Frau Dr. Chen, spricht mit einem Anrufer: "Von wo aus rufen Sie an? Aus Shenyang?" Sie sitzt am Empfangsschalter des Impfzentrums, trägt einen hellrosa Kittel und einen blauen Mund-Nasen-Schutz.

    Shenyang, von wo der Mann am anderen Ende der Leitung anruft, liegt ganz im Norden Chinas, rund 1.200 Kilometer entfernt vom Krankenhaus in Haining. Doch das scheint dem Anrufer egal zu sein. "Also wir impfen hier nur in Zhejiang", sagt Dr. Chen. "Planen Sie denn eine Auslandsreise? Sie könnten freitags und samstags vorbeikommen zum Impfen, jeweils von 8 bis 10.30 Uhr."

    "Staatlich zugelassen - nur für Notfälle"

    Der Impfstoff kommt vom chinesischen Hersteller Sinovac. Auf der weiß-orangenen Packung steht "Staatlich zugelassen - nur für Notfälle". Eine vollwertige Zulassung hat das Präparat noch nicht. Gelagert wird es bei zwei bis acht Grad Celsius im Kühlschrank, so wie andere Impfstoffe auch, erklärt Dr. Chen.

    Nach Medienberichten sind in China in den vergangenen Wochen bereits einige Hunderttausende Menschen gegen Covid-19 geimpft worden, unter anderem Militärangehörige, vor allem aber medizinisches Personal, Ärztinnen und Pfleger.

    Nennenswerte Probleme hat es nach Aussage von Dr. Chen aus dem Impfzentrum in Haining bisher nicht gegeben. "Als Chinesin bin ich natürlich stolz auf diese Errungenschaft, auf den Impfstoff", sagt sie. "Und die Öffentlichkeit erwartet ihn sehnlichst. Ich wurde bereits geimpft: Ich gehörte als medizinisches Personal zur ersten Kandidaten-Gruppe."

    Impfung mit noch vielen Fragezeichen

    Inzwischen können sich auch Chinesinnen und Chinesen für eine Impfung anmelden, die ins Ausland, in ein Corona-Risikogebiet, reisen. So wie ein Student im Impfzentrum, der sich bald auf den Weg nach Großbritannien macht, für ein Auslandssemester. Ob man sich bald in Großbritannien gegen Covid-19 impfen lassen kann, wisse er nicht. Deswegen habe er sich nun hier in Zhejiang impfen lassen, erzählt er.

    Viele Details des Test-Impfprogramms in China sind noch unklar. Zum Beispiel, wer genau unter welchen Umständen überhaupt in Frage kommt für eine Impfung. Auch wann und wo die wenigen bisher verfügbaren Impfstoffe vorrätig sind, erfahren die Menschen in China eher zufällig im Netz oder in Online-Messengergruppen.

    Mögliche Risiken kaum ein Thema

    Und: Über die Wirkung und mögliche Gefahren des noch nicht vollständig zertifizierten Impfstoffs wird kaum diskutiert in der chinesischen Öffentlichkeit und in den Medien.

    Den Studenten kurz vor Abreise nach Großbritannien stört das nicht: "Die erste und zweite Prüfung hat das Präparat ja schon hinter sich, es sollte also sicher sein. Und ganz viele andere Menschen haben sich ja auch schon impfen lassen", sagt er.

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