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Chile: Proteste gegen die Regierung gehen weiter | BR24

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Auch nach der Umbildung der chilenischen Regierung gehen die Proteste weiter. In den Straßen der Hauptstadt Santiago de Chile forderten erneut Tausende Menschen den Rücktritt von Präsident Sebastián Piñera.

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Chile: Proteste gegen die Regierung gehen weiter

Auch nach Zugeständnissen der chilenischen Regierung halten die Unruhen in Santiago de Chile an. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Sebastián Piñera. Erneut gab es auf den Straßen des Landes Gewalt.

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Auch nach der Umbildung der chilenischen Regierung gehen die Proteste in Chile weiter. Noch immer kommt es in den Straßen der Hauptstadt Santiago de Chile zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Diese fordern den Rücktritt von Präsident Sebastián Piñera. Die Polizei rückte mit Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern vor - die Demonstranten warfen Steine.

Chiles neuer Innenminister fordert Gewaltverzicht

Der neue Innenminister Gonzalo Blumel, der von Piñera am Montag zum Innenminister berufen worden war, nannte die Gewalt zu Beginn der Woche "inakzeptabel": Alle Seiten sollten davon Abstand nehmen. Blumel folgte auf Andrés Chadwick, der von Opposition und Demonstranten wegen Übergriffen der Sicherheitskräfte scharf kritisiert worden war.

Soziale Ungleichheit als Ursache für Proteste

Piñera hatte insgesamt acht Minister seines Kabinetts ausgetauscht. Die ebenfalls von ihm angekündigten Reformen werden von vielen Demonstranten jedoch als unzureichend kritisiert. Eine geplante Erhöhung der Nahverkehrs-Preise hatte den Zündstoff für die seit gut zwei Wochen anhaltenden Proteste geliefert.

Daraus wuchs der grundsätzliche Zorn der Chilenen über hohe Lebenshaltungskosten und ungleiche Wohlstands-Verhältnisse. Wiederholt kam es zu Gewalt und Vandalismus, Sicherheitskräfte gingen hart gegen Demonstranten vor. Mindestens 20 Menschen starben bislang, Tausende wurden festgenommen.

Virales Protest-Video: Santiagos Symphonie-Orchester

Dass der Protest durchaus nicht immer gewalttätig verläuft, zeigt ein Video, das seit dieser Woche in den Sozialen Medien kursiert. In Santiago spielte auf dem Plaza Bernardo Leighton vor der Sacramentinos-Kirche das Symphonie-Orchester ein altes südamerikanisches Widerstandslied. In ihm heißt es "El pueblo unido, jamas sera vencido", zu deutsch: "Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden".