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Chemnitz - Blumen am Tatort

Demnach gab der inhaftierte Iraker Yousif A. gegenüber der Rechtsabteilung der irakischen Botschaft an, er habe mehrere Meter abseits gestanden, als der 35-jährige Deutsche erstochen wurde. Ein Zeuge, der das Geschehen wohl unmittelbar beobachtet hat, bestätigte dem NDR diese Version.

Aussagen aus der Gruppe der Opfer stehen noch aus

Die weitgehend übereinstimmenden Stellungnahmen wecken Zweifel am dringenden Tatverdacht gegen Yousif A., gegen den die Staatsanwaltschaft wegen gemeinschaftlichen Totschlags ermittelt. Allerdings sind die Aussagen aus der Gruppe der Opfer bisher nicht bekannt.

Yousif A. schildert den Tathergang so, dass er und seine Begleiter Farhad A. und Alaa S. am Abend der Tat eine Shisha-Bar in Chemnitz besucht hätten und gegen 2.30 Uhr morgens zu einem Döner-Imbiss gegangen seien. Alaa S. sitzt inzwischen ebenfalls in Haft, nach dem flüchtigen Farhad A. wird international gesucht.

Tatverdächtiger: Auseinandersetzung in Chemnitz ist schrittweise eskaliert

Unterwegs hätten er, Yousif A., und seine Freunde Farhad A. und Alaa S. eine Gruppe von Männern und Frauen getroffen, darunter Daniel H., das spätere Opfer. Farhad A. sei zu der Gruppe um Daniel H. gegangen, um nach Feuer für eine Zigarette zu fragen. Dabei seien die Männer in Streit geraten. Er, Yousif, habe den Streit geschlichtet. Dann seien beide Gruppen weiter gelaufen.

Aus dem Döner-Imbiss seinen weitere Bekannte gekommen und hätten gefragt, was der Grund des Streits gewesen sei. Daraufhin seien Farhad A. und mehrere der anderen Männer erneut zu der Gruppe von Daniel H. gegangen. Dann sei es zu einer heftigen Auseinandersetzung und der Messerstecherei gekommen. Er selbst, Yousif A., sei daran nicht beteiligt gewesen, sondern habe mehrere Meter abseits gestanden.

Anwalt hat Haftprüfung beantragt

Der Anwalt des Verdächtigen erklärte, der Haftbefehl gegen seinen Mandanten hätte überhaupt nicht ausgestellt werden dürfen. Auch die Auswertung der Spurensicherung belege keine Tatbeteiligung seines Mandanten, so Anwalt Ulrich Dost Roxin. Deshalb habe er Haftprüfung beantragt.