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Bildrechte: pa/dpa/Kay Nietfeld

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, hat an die nächste Bundesregierung appelliert, Außenpolitik stärker in den Fokus zu nehmen. Derweil trat US-Präsident Biden seine erste Europa-Reise an.

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Ischinger: Westen steht vor einer "ganz großen Herausforderung"

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat an die nächste Bundesregierung appelliert, Außenpolitik stärker in den Fokus zu nehmen. Sie sei auch Wohlstandssicherung, sagte er bei der Vorstellung des Munich Security Report.

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Von
  • Mirjam Kottmann
  • BR24 Redaktion

Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, hat an die künftige Bundesregierung einen Appell gerichtet: Sie müsse die Außenpolitik stärker in den Fokus zu nehmen. Der Westen stehe international vor einer "ganz großen Herausforderung", sagte Ischinger in Berlin bei der Vorstellung des Munich Security Report (MSR) zu den transatlantischen Beziehungen.

Außenpolitik sei Zukunftsvorsorge, Zukunftssicherung und Wohlstandssicherung. Das Ziel des Berichts sei, das stärker in die deutsche und europäische Debatte zu bringen.

Westen muss sich enger zusammenschließen

Ischinger plädiert "mit großer Dringlichkeit" dafür, dass die politischen Führungspersönlichkeiten der Bevölkerung vermitteln, wie wichtig eine deutsche Außenpolitik ist. Wenn der Westen seine internationale Ordnung, die auf Regeln und dem Recht basiert, aufrechterhalten wolle, dann müsse er sich viel enger zusammenschließen als in der Vergangenheit, sagte Ischinger etwa im Inforadio des rbb. Nur so könne er die Auseinandersetzung mit zunehmend aggressiv auftretenden, autoritären Systemen überhaupt bestehen, so der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz.

Biden will enger mit Europa zusammenarbeiten

Während Ischinger seinen Bericht vorstellte, trat US-Präsident Joe Biden seine erste Europareise an und äußerte sich vor dem Abflug in ähnlicher Weise:

"Ich werde Russland und China deutlich sagen, dass Europa und die USA eng zusammenarbeiten und dass die G7 voran gehen werden." Joe Biden, US-Präsident

Europa muss mit einer Stimme sprechen

Eine Schlüsselfrage für Biden und Ischinger ist: Wie kann sich der Westen gegenüber illiberalen Systemen wie China und Russland behaupten? Der Balanceakt dabei ist laut Ischinger, den Wettbewerb mit der Kooperation zusammenzubringen, wenn es um globale Krisen wie den Klimawandel geht.

Das setze natürlich voraus, dass Europa nicht mit 27 unterschiedlichen Stimmen spricht, sondern dass die Staaten sich "zusammenraufen zu einer klaren Linie der Europäischen Union". Nur so könne Europa Weltpolitik-fähig werden, und den Spagat zwischen Kooperation und Wettbewerb schaffen.

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