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Charlie Hebdo: Nicht kuschen, nicht aufgeben | BR24

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Fünf Jahre nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo

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Charlie Hebdo: Nicht kuschen, nicht aufgeben

Fünf Jahre nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen Supermarkt mit 17 Toten hat der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Attentäter begonnen. Was damals geschah, erschüttert die französische Gesellschaft bis heute.

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"Allah Akbar" schrien die Attentäter am 7. Januar 2015, während sie auf die Straße stürmten und flüchteten. Kurz zuvor hatten die Brüder Chérif und Said Kouachi, islamistische Terroristen, die halbe Redaktion der Satire-Zeitung Charlie Hebdo ausgelöscht. Sie erschossen den Redaktionsleiter Charb und andere, in Frankreich berühmte Zeichner wie Wolinski, Cabu oder Honoré. Der heutige Redaktionsleiter Sourisseau, alias Riss, überlebte das Attentat schwer verletzt.

Weltweite Solidarität: "Je suis Charlie"

"Eine Minute und 49 Sekunden" - so heißt sein Buch, in dem er das Attentat und den Tod seiner Freunde verarbeitet. Eine Minute und 49 Sekunden, so lange dauerte die Schießerei in den Redaktionsräumen.

Nach dem Blutbad in der Redaktion ging der Slogan "Je suis Charlie" – "Ich bin Charlie" um die Welt. Frankreich stand unter Schock. Die Großfahndung nach den Attentätern dauerte drei Tage, letztlich wurden beide erschossen.

Nur einen Tag nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung nahm ein weiterer Attentäter Geiseln in einem jüdischen Supermarkt. Vier Menschen wurden erschossen, am Ende starb auch der Attentäter.

Redaktion unter permanenter Bewachung

Auch mehr als fünf Jahre nach den Attentaten ist die Angst bei vielen Überlebenden noch da. Die Redaktionsräume von Charlie Hebdo werden noch immer bewacht. Mehr als eine Million Euro pro Jahr kosten die Schutzmaßnahmen. Viel Geld für die Zeitung, deren Auflage nach den Attentaten in die Höhe schnellte, nun aber wieder deutlich zurückgegangen ist.

Redaktionsleiter Riss und andere Redaktionsmitglieder stehen zusätzlich unter Polizeischutz. Der ermögliche es ihm, seine Arbeit als Zeichner zu machen.

"Der 7. Januar war ein politisches Verbrechen. Es ging darum, die Menschen auszulöschen, die ihre freie Meinung äußern, darum, uns für unsere Karikaturen bezahlen zu lassen und den Humor auszuradieren. Aber der Humor existiert immer noch. Auf lange Sicht haben die Terroristen verloren." Charlie-Hebdo-Redaktionsleiter Riss

"Wir kuschen niemals, wir geben niemals auf", schreibt Riss in der aktuellen Ausgabe von Charlie Hebdo, die pünktlich zum Prozessauftakt erschienen ist. Auf dem Titelblatt die Mohammed-Karikaturen, die die Satire-Zeitung ins Visier der Terroristen gerückt hatten.

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