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Chaos in Österreich - missglückte Lawinensprengung in Frankreich | BR24

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Seit einer Woche war der Ort in der Steiermark von der Außenwelt abgeschnitten. Möglich wurde dies durch Lawinensprengungen durch Hubschrauber. Für heute wurden jedoch schon wieder neue Schnee- aber auch Regenfälle angekündigt.

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Chaos in Österreich - missglückte Lawinensprengung in Frankreich

An einer Skistation in den französischen Alpen sind zwei Pistenarbeiter ums Leben gekommen, als sie versuchten, eine Lawine vorsorglich zu sprengen. In Österreich sind einige Gemeinden nicht mehr erreichbar.

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© pa/dpa/epa apa

Lawinensprengung (Symbolbild)

Die beiden Männer hantierten am Sonntagmorgen an einem Hang mit Sprengstoff, als es zur Explosion kam.

Sprengstoff versehentlich zu früh ausgelöst

Wie die Bergrettung mitteilte, lösten die Pistenarbeiter den Sprengstoff bei den Vorbereitungen wohl versehentlich zu früh aus. Demnach sollte die Lawine wie üblich am Morgen vor Öffnung der Pisten abgesprengt werden. Das Unglück ereignete sich nahe der Skistation von Morillon unterhalb des Gipfels Pointe de Cupoire, rund 20 Kilometer nordwestlich von Chamonix. In dem Gebiet herrscht nach Angaben des zuständigen Unterpräfekten seit Samstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

Derzeit würden fast täglich Sprengungen durchgeführt, um das Risiko von Schneerutschen zu verringern. Die beiden Angestellten des Skigebiets seien erfahren im Umgang mit Sprengstoff gewesen.

Lech und Zürs nicht mehr erreichbar

Auch in Österreich bleibt die Lage angespannt. Im Bundesland Tirol sind Lech und Zürs wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihrer Website mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg ist wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Wie der ORF berichtete, ist auch die Straße nach Ischgl und Galtür gesperrt worden. Auch der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist gesperrt.

17.000 Menschen im Bundesland Salzburg von der Außenwelt abgeschnitten

Nach der Sperrung weiterer Straßen sind im österreichischen Bundesland Salzburg insgesamt rund 17.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

Im Ort Rauris allein warteten 3.000 Einheimische und 2.000 Gäste auf die Aufhebung der dortigen Straßensperren. Die Orte Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach nahe der deutschen Grenze seien ebenfalls nicht mehr erreichbar. Gefahr drohe den Eingeschlossenen aber nicht. "Sie alle sind medizinisch versorgt und wohlauf", sagte Markus Kurcz, Einsatzleiter des Landes.

Warnungen in Innsbruck

In der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck rückte inzwischen die Lawinengefahr an der Nordkette immer weiter in den Fokus. In den kritischen Gebieten liegen durch Schneefälle und Verwehungen 4 bis 6,5 Meter Neuschnee. Größere Lawinen seien bisher nicht abgegangen, größere Sprengungen aber auch nicht möglich. Die Lage sei aber nicht dramatisch, sagte Elmar Rizzoli, Amtsvorstand für Allgemeine Sicherheit, laut Mitteilung. Für drei Stadtteile wurden Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, die Bewohner in einigen Lawinengefahrenzonen sollen die Türen und Fenster geschlossen halten und unnötige Aufenthalte im Freien in den betroffenen Zonen vermeiden. Mögliche Lawinen würden zwar die Stadtteile nicht unmittelbar bedrohen, sagte Rizzoli. Deren Ausläufer, das heißt eine schwache Druckwelle oder eine Schneewolke, könnten aber sehr wohl bis in bewohnte Gebiete vordringen.

Höchste Lawinenwarnstufe

Obendrein verschärfen Sturm und - in tieferen Lagen - Regen die Situation in Teilen Österreichs. In vielen Regionen liegt inzwischen zwei bis drei Meter Schnee. In Teilen der Alpenrepublik wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden am Sonntag in Innsbruck mit.

Kritische Lage in der Steiermark

Die Schneefälle gehen auch im Nordosten von Österreich weiter. 1.500 Bewohner sind von Straßensperren betroffen. Fast im ganzen Land herrschte große Lawinengefahr. Die Steiermark meldet fast 30 Zentimeter Neuschnee und starker Wind. Es galt Warnstufe 4 der fünfteiligen Skala, zudem herrschte eine heikle Triebschneesituation. Für Montag wird noch einmal ein Anstieg der Warnstufe erwartet.

Die Verbindungen in die Steiermark - Hengstpass, Pyhrnpass, Koppenpass – sind weiterhin gesperrt. Das gilt auch für weitere Straßen im ganzen Gebiet.

Die Anzahl der eingesetzten Soldaten wurde am Sonntag auf rund 1.000 erhöht. Sie werden vor allem im Bundesland Salzburg und Oberösterreich eingesetzt. Insgesamt arbeitet das Bundesheer in 16 Gemeinden. Wie auch in Deutschland sind sie vor allem mit dem Abschaufeln des Schnees von Dächern beschäftigt.

Überall im Land wurden Straßensperren eingerichtet

In Österreich sind unter anderem die bekannten Skiorte Lech und Zürs wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen laut Aussage der Gemeinden nicht mehr erreichbar. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg ist wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Wie der ORF berichtete, ist ebenfalls die Straße nach Ischgl und Galtür betroffen. Darüber hinaus werde im Lauf des Abends die Straße nach Sölden im Ötztal gesperrt. Nach Angaben der Gemeinde wird in der örtlichen Freizeit Arena ein Notquartier eingerichtet.

Auch der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist nicht mehr befahrbar. Sonntagbend kamen auch noch Sturm- und Orkanböen in tiefen Lagen hinzu. Die örtlichen Lawinenkommissionen wollen am Montagfrüh erneut über die jeweilige Gefahrenlage beraten.

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