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Wer wird das Rennen machen um den CDU-Vorsitz? Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn.
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Andrea Müller
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Wer wird das Rennen machen um den CDU-Vorsitz? Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn.

Rund 2.000 CDU Mitglieder aus Berlin und Brandenburg haben an der letzten Regionalkonferenz teilgenommen. Am Ende war keine eindeutige Tendenz erkennbar - bei einigen aber schien der Abend etwas bewegt zu haben.

"Präferenz leicht für Friedrich Merz, obwohl ich sagen muss, dass ich - überraschenderweise - von Jens Spahn immer mehr angetan bin", sagt ein Besucher der Regionalkonferenz. Sie unterstütze gerne die Frauen in der Partei, versichert eine Teilnehmerin - und hat dann Mühe, den Namen von Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer auszusprechen. Friedrich Merz habe sich rhetorisch "sehr gut verkauft", seine Konkurrentin gefalle ihm aber "programmatisch besser", sagt ein Dritter.

"AKK" appelliert an ihre Wettbewerber

Auch wenn nicht die Mitglieder entscheiden, sondern die Delegierten auf dem Parteitag: Die strapaziöse Bewerbungstour durch Deutschland hat sich gelohnt, da sind sich alle drei Kandidaten einig.

Jens Spahn nennt es ein befreiendes Erlebnis: "Das zeigt doch: Unsere Mitglieder interessieren sich für das, was in der Partei passiert. Sie haben Ideen einzubringen, sie wollen debattieren." Die Regionalkonferenzen sollten "nicht das Ende, sondern der Start" gewesen sein, fordert er.

Bisher sei es gelungen, keine Gräben zu reißen in diesem Wettkampf um den Parteivorsitz, sagt Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer. Das müsse so bleiben, fordert sie und appelliert an ihre Mitstreiter: Es sei "die höchstpersönliche Verantwortung" aller Kandidaten, dafür zu sorgen, dass ihr Unterstützerkreis weiter in der Partei bleibe und mitgestalte.

"Wir, die CDU, sind vertragstreu"

Kramp-Karrenbauer verspricht einen neuen Führungsstil: Erst entscheide die Partei, dann die Fraktion und erst dann die Regierung. Damit setzt sie sich ab von Amtsinhaberin Merkel.

Friedrich Merz dagegen bemüht sich, seine Distanz zu Angela Merkel ein wenig zu verringern. Er als Parteivorsitzender und sie als Kanzlerin?

"Natürlich geht das gut", verkündet er und setzt hinzu: "Wir, die CDU, sind vertragstreu. Für uns gilt immer: Erst das Land und dann die Partei und niemals umgekehrt. Und deshalb werden wir in voller Loyalität die Regierung unterstützen."

"Ihr wart großartig"

Die Partei feiert sich ein wenig selbst. Als Sternstunden innerparteilicher Verständigung lobt die Berliner Landesvorsitzende Monika Grütters die Regionalkonferenz und verteilt am Ende der Vorstellung drei goldene Bären.

"Lieber Friedrich, liebe Annegret, lieber Jens, ihr wart großartig" sagt sie, Applaus setzt ein. Doch Berlin ist nicht Hamburg. Beim Parteitag in einer Woche wird auch Grütters sich entscheiden müssen.

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Andrea Müller

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B5 Nachrichten vom 01.12.2018 - 07:15 Uhr