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CDU, CSU und SPD wollen mehr Bildungsgerechtigkeit | BR24

© picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB

Auch auf die Digitalisierung soll die Schule vorbereiten - aber nicht alle Schüler haben dafür die besten Voraussetzungen

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CDU, CSU und SPD wollen mehr Bildungsgerechtigkeit

Je gebildeter die Eltern sind, desto mehr Chancen haben die Kinder. Union und SPD wollen das ändern und Schulen in ärmeren Gegenden mehr Geld geben. Die wichtigsten Fragen zu diesem Vorhaben.

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"Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft oder dem Wohnort abhängen". So steht es im aktuellen Antrag von Union und SPD, der im Bundestag beraten wird. Und so stand es vor zehn Jahren schon in einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern mit dem Titel "Aufstieg durch Bildung". Die Realität sieht noch anders aus.

Wie groß ist der Einfluss der Herkunft auf den Bildungserfolg?

Immer noch groß. Laut aktuellem Bildungsbericht studieren die meisten Kinder von Akademikern in Deutschland, nämlich 80 Prozent. Haben die Eltern kein Abitur, sinkt der Anteil der studierenden Kinder unter 25 Prozent. Die Bildungsforscher, die den Bericht im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz verfasst haben, schlussfolgern: "Trotz vieler bildungspolitischer Reformprojekte sei es bisher nicht gelungen, Bildungsungleichheiten entscheidend zu verringern." Union und SPD wollen das ändern und mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen.

Wie wollen Union und SPD das ändern?

Schon im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, gemeinsam mit den Ländern Schulen in ärmeren Gegenden und Schulen, in denen Lehrer viel Integrationsarbeit leisten müssen, mehr zu unterstützen. Der Bund soll dabei die begleitende Forschung fördern und die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluieren. Die Länder sollen die Schulen unterstützen, die an der Initiative teilnehmen.

Nun haben Union und SPD das Vorhaben konkretisiert. Bis zu 300 Schulen, die von den Ländern ausgewählt werden, sollen bundesweit gefördert werden. Laut einem Sprecher der Fraktion von CDU und CSU sollen diese Schulen insgesamt 125 Millionen Euro bekommen für einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Kosten sollen Bund und Länder je zur Hälfte übernehmen. Das bayerische Kultusministerium erklärt auf Anfrage, die Pläne der Bundesregierung zu unterstützen.

Reicht das, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen?

Nein, aber es wäre ein Anfang. Pro Jahr bekäme jede an der Initiative teilnehmende Schule durchschnittlich etwa 42.000 Euro. Würde die Bundesregierung allerdings das sogenannte 10-Prozent-Ziel umsetzen, stünde viel mehr Geld für die Bildung insgesamt und somit auch für die Förderung von Schulen in ärmeren Gegenden zur Verfügung. Dieses Ziel hatten Bund und Länder vor zehn Jahren mit der gemeinsamen Initiative "Aufstieg durch Bildung" ausgerufen.

Der Anteil der Ausgaben für Bildung und Forschung sollte auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Verändert hat sich seitdem nicht viel, die Ausgaben für Bildung und Forschung stagnieren seit Jahren bei neun Prozent. Zuletzt waren es insgesamt 274,1 Mrd. Euro (2015). Würde die Bundesregierung das 10-Prozent-Ziel umsetzen, stünden mehr als 30 Mrd. Euro pro Jahr zusätzlich für Bildung und Forschung zur Verfügung. Geld, das in Schulen in ärmeren Gegenden gut investiert wäre, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.

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Autor
  • Nadine Bader
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