Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Busunglück: Bundeswehr-Airbus nach Madeira gestartet | BR24

© ARD

Nach der Bus-Katastrophe auf Madeira mit 29 Toten soll offenbar der Großteil der verletzten deutschen Urlauber heute nach Deutschland zurückgebracht werden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes soll der Rücktransport per Bundeswehrmaschine erfolgen.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Busunglück: Bundeswehr-Airbus nach Madeira gestartet

Nach der Bus-Katastrophe auf Madeira mit 29 Toten soll der Großteil der verletzten deutschen Urlauber heute nach Deutschland zurückgebracht werden. Ein "MedEvac"-Airbus der Luftwaffe ist am Morgen Richtung Madeira gestartet.

3
Per Mail sharen
Teilen

Nach dem verheerenden Bus-Unglück auf Madeira mit 29 Toten beginnt heute der Rücktransport der überlebenden deutschen Urlauber. Das Krankenhaus hatte empfohlen, die Verletzten erst jetzt auszufliegen.

Rückflug der Verletzten von Madeira am Mittag erwartet

Die Maschine der Bundeswehr ist Samstagfrüh in Richtung Madeira gestartet. Der Rückflug nach Deutschland wird um die Mittagszeit erwartet, das teilte die Bundeswehr mit. Der Airbus A310 der Flugbereitschaft hob um 6 Uhr in der AirMedEvac-Konfiguration ab, also ausgerüstet für den Transport von Verletzten. Die geplante Flugzeit betrage 3 Stunden und 15 Minuten.

💡 "MedEvac"-Airbus

Der Airbus A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. Die Luftwaffe bezeichnet die Maschine als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen".

An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

16 der 28 Verletzten noch im Krankenhaus

Portugiesische Medien berichten, insgesamt sollten bis zu 13 der 14 verletzten Deutschen zurückgebracht werden. Mindestens eine Person sei bereits ausgeflogen worden. Das Auswärtige Amt wollte diese Berichte nicht kommentieren.

Insgesamt wurden zwei Tage nach dem Unfall noch 16 der 28 Verletzten im Krankenhaus von Funchal behandelt. Der Reisebus mit Dutzenden deutschen Urlaubern war am frühen Mittwochabend in dem Ort Caniço von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt. Als Ursache gilt ein Bremsversagen als wahrscheinlich, offizielle Ermittlungsergebnisse gibt es aber noch nicht.

Gedenkgottesdienst für Überlebende am Karfreitag

Überlebende und ihre Angehörigen nahmen am Karfreitag in Funchal an einem Gedenkgottesdienst teil. Zu der Trauerfeier hatte die Pfarrerin der deutschsprachigen Evangelischen Kirche auf der Atlantikinsel, Ilse Everlien Berardo, in der Kirche Igreja Presbiteriana eingeladen.

Einige der Gäste hätten deutliche Verletzungen am Körper und im Gesicht gehabt, berichtete die Zeitung "Correio da Manhã" am frühen Freitagabend. Die 45-minütige Veranstaltung, an der auch Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilnahm, fand hinter verschlossenen Türen statt.

"Portugal trauert, Deutschland trauert, und die Solidarität kommt aus dem Herzen beider Nationen und nicht nur dieser beiden Nationen." Pfarrerin Ilse Everlien Berardo

Portugal ordnet dreitägige Staatstrauer an

Portugals Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Am Flughafen von Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet. Das Krankenhaus in Funchal hofft darauf, die sterblichen Überreste der Opfer ab Samstag an die Angehörigen übergeben zu können.

© dpa-Bildfunk/Andriy Petryna

Ilse Everlien Berardo (2.v.r.), deutsche Pastorin, steht neben Marcelo Rebelo de Sousa, (3.v.l.) Präsident von Portugal, bei der Trauerfeier.