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Busunglück auf Madeira: Möglicherweise haben Bremsen versagt | BR24

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Der verunglückte Bus

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Busunglück auf Madeira: Möglicherweise haben Bremsen versagt

Viele Details sind noch nicht geklärt. Fest steht lediglich, dass 29 Menschen bei dem Unglück starben. Vier Passagiere schweben noch in Lebensgefahr. Überlebende halten versagende Bremsen für die wahrscheinlichste Ursache des Unfalls.

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Das Busunglück auf Madeira ist möglicherweise durch einen technischen Defekt verursacht worden. Überlebende Mitreisende halten versagende Bremsen für die wahrscheinlichste Unfallursache. Ein nur leicht verletzter Mitreisender sagte der Online-Zeitung "Observador", er könne sich zumindest keine andere Ursache vorstellen.

"Der Bus fuhr von der Quinta Splendida los, nach einigen Sekunden wurde er immer schneller. Er schlug gegen die Mauer, wurde immer schneller und dann überschlug er sich." Bus-Passagier

Allerdings warnen die Behörden vor Ort davor, ein vorschnelles Urteil zu fällen. Der Vizepräsident der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, nannte alle Mutmaßungen zur Unglücksursache "verfrüht". Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit.

29 Menschen sterben bei dem Unfall

Bei dem Busunglück gestern Abend starben 29 Menschen. 27 Reisende wurden verletzt, vier von ihnen sind offenbar noch in einem kritischen Zustand. Nach wie vor gibt es von den deutschen Behörden aber keine abschließende Aussage zur Zahl der tödlich Verletzten, die aus Deutschland stammen.

Erst müssten deren Angehörige informiert werden, so das Auswärtige Amt. Allerdings heißt es auch, dass es sich um eine Reisegruppe mit überwiegend deutschen Urlaubern gehandelt habe. Die Identifizierung wird, dem Krankenhaus "Dr. Nélio Mendonçabis" in Funchal zufolge, voraussichtlich bis Samstag abgeschlossen sein.

Auf dem Weg zu einem Abendessen

51 Passagiere hatten die Tour zu einer Abendveranstaltung in der Inselhauptstadt Funchal über den Frankfurter Reiseveranstalter Trendtours gebucht, zwei kamen über das Unternehmen Schauinsland-Reisen. Möglicherweise waren die Touristen aber auf zwei Busse verteilt und nicht alle in dem verunglückten Fahrzeug. Der Bus, der den Abhang hinabgestürzt war, war erst wenige Jahre alt und wurde offenbar von einem erfahrenen Fahrer gesteuert.

Eine Frau aus Deutschland hatte dabei offenbar großes Glück. Sie hatte den dann verunglückten Bus verpasst und auf den zweiten gewartet. Das hat ihr möglicherweise das Leben gerettet.

Maas und de Sousa reisen an

Am Abend war Außenminister Maas vor Ort. Er traf seinen Amtskollegen Augusto Santos Silva, besuchte die Unglücksstelle, an der er einen Kranz niederlegte, und dankte den Hilfskräften. Anschließend besuchten die Minister noch Überlebende im Krankenhaus. Maas betonte, dass die Verletzten so schnell wie möglich nach Deutschland gebracht werden sollen. Zur Identifizierung der Toten würden eigens BKA-Experten nach Madeira kommen. Am Freitag wird dann der Staatspräsident von Portugal Marcelo Rebelo de Sousa nach Madeira reisen.

Zuvor schon hatte sich Bundeskanzlerin Merkel erschüttert über das Unglück geäußert: "Mit Trauer und Bestürzung denke ich an unsere Landsleute und alle anderen Menschen, die von dem fürchterlichen Busunglück auf Madeira betroffen sind."

Der Reisebus war bei dem Unglück am Mittwochabend in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Er überschlug sich und stürzte eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus.