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Buschfeuer: In Australien brennt es lichterloh | BR24

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Wegen der seit Tagen wütenden Buschbrände hat der australische Bundesstaat New South Wales den Notstand ausgerufen. Durch die katastrophalen Wetterbedingungen könnten sich die Dinge sehr schnell verändern, so die dortige Regierungschefin.

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Buschfeuer: In Australien brennt es lichterloh

Die Waldbrände in Australien bedrohen jetzt auch den Großraum Sydney. Für die Umgebung der Stadt wurde die höchste Feuer-Warnstufe ausgegeben. Im Bundesstaat New South Wales drohen laut Behörden die schlimmsten Feuer, die das Land je erlebt hat.

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Wegen der seit Tagen anhaltenden Buschbrände hat der australische Bundesstaat New South Wales den Notstand ausgerufen - er gilt auch für den Großraum Sydney. Nach Einschätzungen der Behörden drohen der Region die schlimmsten Feuer, die das Land je erlebt hat. Besonders am Dienstag solle es sehr heiß werden, zudem rechne man mit heftigen Winden, heißt es.

"Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern", rief die Regierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian, die Bevölkerung auf. Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit außer Kontrolle.

Schulen und Wohnhäuser brennen

Der Notstand in New South Wales gilt für eine Woche und ermöglicht es der Feuerwehr, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren und Evakuierungen anzuordnen. Auch in Teilen des benachbarten Bundesstaates Queensland haben die Behörden den Notstand ausgerufen.

Mindestens drei Menschen sind seit vergangener Woche bei den Buschbränden im Osten Australiens ums Leben gekommen. Etwa 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen standen zwischenzeitlich in Flammen - und rund 40 Schulen wurden bereits geschlossen.

Retter erreichen nicht alle Bewohner

Besonders betroffen war in den vergangenen Tagen die Stadt Taree nördlich von Sydney. "Die Flammen waren sechs Meter hoch und wüteten mit 80 Stundenkilometern", sagte Bürgermeisterin Carol Sparks dem Sender ABC.

In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten und wurden daher aufgerufen, vor Ort Schutz zu suchen. "Viele Menschen haben um Hilfe gerufen, aber wegen der Größe und Schnelligkeit der Feuer konnten wir nicht zu jedem vordringen - nicht einmal auf Straßen oder im Hubschrauber", erklärte die Feuerwehr von New South Wales.

Buschfeuer verwüsten Koala-Kolonie

Unter den Bränden leiden auch die Tiere in Australien. Tierschützer gehen davon aus, dass in einem Schutzgebiet in New South Wales so gut wie die Hälfte der 500 bis 600 dort lebenden Koalas verbrannt ist. Zwei Drittel des Lebensraums der Beuteltiere wurde bereits von den Buschfeuern zerstört.

Die Leiterin des Koala-Krankenhauses in Port Macquarie, Sue Ashton, sprach von einer "nationalen Tragödie". Die Koala-Population in dem Schutzgebiet sei wegen ihrer genetischen Vielfalt als "äußerst selten" deklariert, erklärte sie.

Australien rechnet mit Rekord-Hitze-Sommer

Die Buschfeuer brachen in diesem Jahr besonders früh aus. Ihnen gingen eine ungewöhnlich lange Dürre, starker Wind, geringe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen voraus.

Für den anstehenden Sommer in Australien bereitet sich das Land auf Temperaturen in Rekordhöhe vor.

© Holger Senzel/ARD

Seit Tagen brennt es in Australien. Mindestens drei Menschen kamen deswegen bereits ums Leben. Besonders dramatisch ist die Lage im Bundesstaat New South Wales im Osten des Landes. Hier drohen die schlimmsten Feuer aller Zeiten.