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Buschfeuer: Ausnahmezustand in Australien | BR24

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Wegen anhaltender Buschbrände hat Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat New South Wales den Notstand ausgerufen - zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen.

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Buschfeuer: Ausnahmezustand in Australien

Wegen anhaltender Buschbrände hat Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat New South Wales den Notstand ausgerufen - zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen.

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Hitzewelle, Temperaturrekorde, verheerende Buschbrände: Zum zweiten Mal seit Mitte November wurde für den Südosten Australiens der Notstand ausgerufen. Dieser gilt für sieben Tage und ermöglicht den Behörden des Bundesstaates New South Wales unter anderem die besonders schnelle Mobilisierung von Geld und Einsatzkräften, Evakuierungen und eine Unterbrechung der Strom- und Gasversorgung.

Sydney, die Hauptstadt des Bundesstaates, wird seit Wochen immer wieder von Rauchschwaden eingehüllt. Die Regierungschefin von New South Wales, Gladys Berejiklian, rief Anwohner und Touristen auf, den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge zu leisten und gegebenenfalls auch ihre Pläne für die Weihnachtstage ändern.

Großfeuer nur noch 70 Kilometer von Sydney entfernt

Seit Oktober haben Buschbrände in Australien nach Angaben der Behörden mehrere Millionen Hektar Land vernichtet. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, mehr als 1000 Häuser wurden zerstört. Der Südosten des Landes ist besonders stark betroffen: Allein in New South Wales kämpfen mehr als 2000 Feuerwehrleute gegen rund 100 Brände. Ein besonders bedrohliches Großfeuer ist bis auf etwa 70 Kilometer an Sydney herangerückt.

Über der Millionenmetropole hing erneut dichter Rauch, die Skyline war kaum erkennbar. Anwohner klagten über die schlechte Luftqualität, immer mehr Patienten mit Atemwegsbeschwerden suchen Krankenhäuser in Sydney auf.

Ein Temperaturrekord jagt den nächsten

Erschwert wird der Kampf gegen die wütenden Flammen durch Rekordhitze. Australien leidet ohnehin seit mehreren Jahren unter starker Dürre. Die ausgetrocknete Vegetation entzündet sich besonders leicht. Am Dienstag wurde nun auch noch eine historische Hitzemarke gebrochen: Mit 40,9 Grad lag die landesweite durchschnittliche Höchsttemperatur so hoch wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Meteorologen rechnen damit, dass dieser Wert in den kommenden Tagen noch einmal übertroffen werden dürfte. Während die heißen Luftmassen durch das Land ziehen, werden besonders im Landesinneren und im Süden Extremtemperaturen erwartet.

Bis zu 46 Grad in Sydney erwartet

Für Teile von New South Wales sagten die Meteorologen für heute Temperaturen von um die 45 Grad voraus. In Sydney sollen die Temperaturen ab Samstag sogar auf 46 Grad steigen. Zugleich wurde erwartet, dass starke Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern die Buschfeuer rund um die Stadt weiter anfachen würden. Die Regierungschefin des Bundesstaates warnte vor neuen Feuern, die unter den derzeitigen unberechenbaren Bedingungen ausbrechen könnten.

Buschbrände wüten auch in anderen Teilen Australiens. Im Bundesstaat Queensland an der Ostküste Australiens etwa gibt es mehr als 70 solcher Feuer. Daneben sind auch South Australia und Western Australia betroffen. Die jährliche Waldbrandsaison in Down Under erlebt eigentlich im späteren Sommer der südlichen Hemisphäre ihren Höhepunkt, begann nach einem ungewöhnlich warmen und trockenen Winter aber viel früher.

Unmut über Urlaub von Regierungschef Morrison

Inmitten der katastrophalen Lage gerät Australiens Regierungschef Scott Morrison immer mehr in die Kritik, weil er trotz der verheerenden Buschbrände das Land für einen Urlaub verlassen haben soll. Medienberichten zufolge entspannt er mit seiner Familie auf der Pazifikinsel Hawaii, was viele Landsleute in Rage bringt. Vor dem Wohnsitz des konservativen Premiers in Sydney versammelten sich Hunderte wütende Schüler, die ihm neben Vernachlässigung seiner Amtspflichten fehlendes Engagement für den Klimaschutz vorwarfen.

© ARD

Wegen anhaltender Buschbrände hat Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat New South Wales den Notstand ausgerufen - zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen.