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Buschbrände: Australien deutet Klima-Kehrtwende an | BR24

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Australiens Premierminister Morrison hat einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Bränden eingeräumt. Er kündigte an, dass das Innenministerium einen nationalen Plan entwickeln wird, womit die Brandgefahren in Zukunft reduziert werden sollen

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Buschbrände: Australien deutet Klima-Kehrtwende an

Der australische Regierungschef Morrison hat öffentlich Fehler im Feuer-Krisenmanagement eingeräumt. Der Unterstützer der Kohleindustrie kündigte Änderungen in der Klimapolitik an.

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In Krisen wachsen manche Menschen über sich hinaus - andere nicht. Der australische Premierminister Scott Morrison hat sich in seinem Krisenmanagement bisher kaum Lorbeeren verdient. In einem Interview des Fernsehsenders ABC reagierte er nun auf Kritik und gab Fehler zu. Erstmals räumte er ein, dass der Klimawandel Auswirkungen habe und für längere, heißere und trockenere Sommer verantwortlich sei.

"Wir wollen die Emissionen reduzieren", machte der konservative Politiker deutlich, der bisher ein Förderer der Kohleindustrie war. Erreichen wolle er dies mit einer "ausgewogenen Politik, die Australiens breitere nationale Wirtschaftsinteressen und gesellschaftlichen Interessen berücksichtigt". Bislang hatte Morrison einen Zusammenhang zwischen seiner Klimapolitik und den großflächigen Buschbränden geleugnet.

Kritik, dass seine Regierung nicht genug vor Beginn der Brandsaison unternommen habe, wies er allerdings zurück. Er räumte ein, dass er vor Ort einige Dinge viel besser hätte handhaben können. Morrison kündigte an, eine nationale Überprüfung der Reaktion auf die Katastrophe vorzuschlagen.

"Beispiellose Brände" und neue Erwartungshaltung

Für Unverständnis hatte außerdem Morrisons Familienurlaub auf Hawaii während der Brände gesorgt. Nun sagte Morrison bei ABC, im Nachhinein wäre er nicht in diesen Urlaub gegangen. Das Ausmaß der Brände sei "beispiellos". Die Menschen hätten eine "neue Erwartungshaltung", wie die Regierung einer solchen Situation begegnen sollte.

Am Freitag waren in größeren Städten Australiens Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen und hatten unter anderem Morrisons Rücktritt gefordert.

"Megabrand" auf 600.000 Hektar

Aus den Brandgebieten gibt es gute und schlechte Nachrichten: An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zum Samstag drei Buschfeuer zu einem "Megabrand" mit einer Fläche von etwa 600.000 Hektar - das entspricht etwa einem Drittel der Größe von Rheinland-Pfalz. In der Region um Gospers Mountain nordwestlich von Sydney wurde nach zehn Wochen ein ähnlich großer Riesenbrand eingedämmt.

In New South Wales werden noch 111 Feuer gezählt, 40 davon sind noch nicht unter Kontrolle. Bisher wurden bereits mehr als 2.000 Häuser zerstört. In den Bundesstaaten New South Wales und Bundesstaat Victoria kühlte es ab, es regnete und der Wind ließ vielerorts nach.

In der Kleinstadt Omeo in Victoria wurde ein Feuerwehrmann getötet, als er von einem Baum getroffen wurde. Das Opfer hatte 40 Jahre Erfahrung als Feuerwehrmann, hieß es. Er war das 28 Todesopfer in dieser Brandsaison.

Buschbrände sind in den australischen Sommermonaten häufig. Doch in dieser Saison brachen die Feuer früher aus und verbreiteten sich schnell und kaum vorhersehbar. Inzwischen sind große Flächen Australiens verwüstet.