Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Burkinis: Verbot in Koblenzer Schwimmbädern von Gericht gekippt | BR24

© pa/dpa/Stephanie Pilick

Im Burkini schwimmt die Berlinerin Abir in einem Freibad in Berlin.

4
Per Mail sharen
Teilen

    Burkinis: Verbot in Koblenzer Schwimmbädern von Gericht gekippt

    Die Stadt Koblenz hatte in ihrer Anfang des Jahres in Kraft getretenen Badeordnung das Tragen von Burkinis in städtischen Schwimmbädern untersagt. Dieses Verbot wurde nun vom Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz kassiert.

    4
    Per Mail sharen
    Teilen

    Burkinis sind Ganzkörper-Badeanzüge für muslimische Frauen, die den Körper bis auf Gesicht, Hände und Füße bedecken. Das Gericht in Koblenz entschied nun laut einer Mitteilung vom Freitag in einem Eilverfahren, dass das entsprechende Verbot in der Badeordnung der Stadt Koblenz gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot verstoße.

    Muslimin hatte gegen das Burkini-Verbot geklagt

    Gegen das Burkini-Verbot in Koblenz zog eine syrische Asylbewerberin vor Gericht. Die Muslimin hatte erklärt, wegen einer Rückenkrankheit seien ihr ärztlicherseits Schwimmbadbesuche angeraten worden, um ihre Schmerzen zu lindern. Wegen ihres Glaubens könne sie nur mit einem Burkini schwimmen.

    Burkini-Verbot in der Koblenzer Badeordnung seit Januar 2019

    Der Koblenzer Stadtrat hatte mit knapper Mehrheit für seine neue Badeordnung beschlossen, dass Badegäste nur in Badehose, Badeanzug, Bikini oder Badeshorts schwimmen dürfen. Bei Burkinis sei die Kontrolle auf offene Wunden, Ausschläge und anstoßerregende Krankheiten unmöglich. Die neue Badeordnung war Anfang 2019 in Kraft getreten.

    Argumentation des Gerichts zum Kippen des Verbots

    Das Oberverwaltungsgericht verwies nun darauf, dass die Trägerinnen von Burkinis dabei aber stärker belastet würden als andere Gruppen wie Leistungsschwimmer oder Triathleten, denen das Tragen von Neoprenanzüge erlaubt sei. Eine ausreichende sachliche Rechtfertigung dafür sei nicht erkennbar.

    Es bleibe auch unklar, warum der Schutz vor Gesundheitsgefahren nachrangig sein solle, wenn der Burkini im Schwimmunterricht getragen werde. Die Richter prüften nach eigenen Angaben wegen der bereits festgestellten Verstöße gegen das Gleichbehandlungsgebot nicht mehr, ob die Regelung mit der Glaubensfreiheit im Einklang steht.

    Damit dürfe die Klägerin ab sofort wieder im Burkini ins Wasser steigen.