| BR24

 
 

Bild

Wartende am Bahnhof
© BR-Bild / Peter Steffen

Autoren

BR24 Redaktion
Birgit Harprath
© BR-Bild / Peter Steffen

Wartende am Bahnhof

Kunden der Bahn müssen Montagmorgen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ruft mit Beginn der Frühschicht um 5 Uhr die Beschäftigten auch in Bayern zu Warnstreiks auf, wie ein Sprecher dem Bayerischen Rundfunk sagte.

Die Aktionen sollen bis 9 Uhr gehen. Laut EVG wird es zu erheblichen Auswirkungen im Nah- und Fernverkehr kommen. Auch den S-Bahn-Verkehr in München und Nürnberg wird es wahrscheinlich treffen. Zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen sind auch die Fahrdienstleiter in den Stellwerken. Wenn diese nicht arbeiten, kann der Zugverkehr nicht rollen.

Bahn richtet Hotline ein

Der EVG-Sprecher erklärte, man werde "in allen Bereichen" streiken und vorab keine Schwerpunkte des Ausstands nennen. Die Bahn richtete am Abend eine kostenfreie Hotline für die Fahrgäste unter der Rufnummer 08000 996633 ein, wie eine Sprecherin mitteilte. Fernverkehrstickets für Montag behielten bis Dienstag ihre Gültigkeit. Die Bahn empfahl, Reisen mit ICE und IC auf Dienstag zu verschieben.

Scheuer-Appell an Tarifparteien

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hofft auf eine schnelle Einigung im Tarifstreit. Scheuer sagte im BR-Interview: "Wir haben Tarifautonomie, das ist auch gut so. Aber ich appelliere an die Vernunft. Die Angebote sind gemacht. Und für die Fahrgäste wäre es kurz vor Weihnachten auch gut, wenn man schnell eine Einigung hätte." Ähnlich äußerte sich Wolf-Dieter Josel, der DB-Konzen-Bevollmächtigte für Bayern. Ein Streik sei immer ungut, die strittigen Punkte müssten möglichst schnell am Verhandlungstisch ausgeräumt werden.

Anton Rauch

Anton Rauch

Weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen

Die EVG hatte am Samstag die Verhandlungen mit der Bahn abgebrochen. Sie fordert ein besseres Angebot, die Bahn zeigt für die angedrohten Aktionen kein Verständnis. Das verunsichere die Kunden, hieß es von ihrer Seite. Immerhin habe man insgesamt 6,7 Prozent geboten. Die Gewerkschaft hatte 7,5 Prozent für die rund 160.000 Beschäftigten der Bahn gefordert. Allerdings beklagt die EVG, dass die Lohnsteigerung durch die lange Laufzeit von 29 Monaten bei unter drei Prozent liegen würde.

Die EVG will erst nach einem verbesserten Angebot die Tarifverhandlungen wieder aufnehmen. "Wir hoffen, dass der Bahnvorstand die Signale verstanden hat, sonst sind weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen", so die EVG.

Lokführergewerkschaft verhandelt weiter

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) und die Deutsche Bahn wollen indes ihre Tarifverhandlungen am Dienstag in Eisenach fortsetzen. Die einzelnen Teilergebnisse der bisherigen Gespräche würden die Fortsetzung der Verhandlungen rechtfertigen, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Beim Arbeitszeitsystem seien deutliche Fortschritte erzielt worden. Auch die Zulagen seien abschlussfähig, heißt es in einer Meldung der GDL. "Wir sind auf einem guten Weg und kurz vor dem Ziel", erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler.

EVG-Sprecher

EVG-Sprecher

Autoren

BR24 Redaktion
Birgit Harprath

Sendung

B5 Nachrichten vom 09.12.2018 - 15:00 Uhr