BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Bundesweite Schätzung: 650.000 Menschen ohne Wohnung | BR24

© Paul Zinken/dpa

Die meisten Wohnungslosen in Deutschland leben in Notunterkünften, etwa 48.000 von ihnen leben obdachlos auf der Straße.

18
Per Mail sharen
Teilen

    Bundesweite Schätzung: 650.000 Menschen ohne Wohnung

    Etwa 650.000 Menschen in Deutschland sind laut einem Medienbericht ohne eigene Wohnung: Der Bedarf an Sozialwohnungen sei groß, das Angebot zu gering, kritisiert eine Sozialorganisation.

    18
    Per Mail sharen
    Teilen

    Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) steht etwa 650.000 Menschen bundesweit keine Wohnung zur Verfügung, wie die Funke Mediengruppe berichtet. Die Zahl beruht auf Schätzungen für das Jahr 2017, die heute in Berlin vorgestellt werden.

    Die meisten Wohnungslosen in Deutschland leben demnach in Notunterkünften, etwa 48.000 von ihnen leben obdachlos auf der Straße. Bei mehr als der Hälfte handelt es sich der Arbeitsgemeinschaft zufolge um Asylsuchende, die in Flüchtlingsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen leben. Nimmt man sie aus der Zählung, waren 2017 etwa 275.000 Menschen ohne Wohnung.

    Neue Berechnungsmethode, kein Rückgang

    Die BAGW macht auch Angaben zur Demographie der Wohnungslosen: Drei Viertel von ihnen sind demnach Männer, die meisten von ihnen alleinstehend. Unter den Obdachlosen, die auf der Straße leben, seien demnach viele Zuwanderer aus anderen EU-Staaten, insbesondere aus Osteuropa.

    Die neue Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft fällt deutlich niedriger aus als die vergangene - dahinter steckt nach Angaben von Geschäftsführerin Werena Rosenke allerdings eine Änderung der Berechnungsmethode, deren Datengrundlage nun die Wohnungsnotfallberichterstattung des bevölkerungsreichsten Bundeslands Nordrhein-Westfalen bildet. Von einem Rückgang der Wohnungslosenzahl in Deutschland könne nicht die Rede sein.

    Mehr sozialer Wohnungsbau gefordert

    Als Problem sieht Rosenke insbesondere einen Mangel an Sozialwohnungen.

    "Benötigt werden pro Jahr 80.000 bis 100.000 neue Sozialwohnungen und weitere 100.000 bezahlbare Wohnungen" Stellungnahme BAGW

    Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) wies kürzlich darauf hin, dass nur die Hälfte des Neubaubedarfs an preiswerten Mietwohnungen gedeckt sei, bei Sozialwohnungen werde nicht einmal dieses Maß erreicht. Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) gibt es vor allem in großen Städten einen Wohnungsmangel, in kleineren Städten und auf dem Land hingegen Leerstände.