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Bundeswehr-Konferenz: Wie steht es um Deutschlands Cyberabwehr? | BR24

© pa/dpa/McPHOTO/C. Ohde

ist Deutschlands Cyberabwehr in Gefahr?

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    Bundeswehr-Konferenz: Wie steht es um Deutschlands Cyberabwehr?

    Die Cyber-Kriegsführung hat viele Gesichter. Angriffe auf Energieversorger oder Telekommunikationsunternehmen haben bereits stattgefunden. Wie gut ist Deutschlands digitale Verteidigungsstrategie? Darüber hat die Bundeswehr nun beraten.

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    Die Cyberabwehr kann nur so gut sein, wie die in IT-Systemen eingesetzte Informations- und Kommunikationstechnologie. Doch oft wird genau die von Firmen aus den USA oder China beherrscht. Deutschland und die EU sollen digitale Souveränität erlangen, fordern jetzt Militär- und Sicherheitsexperten.

    Bundeswehr braucht Kooperationspartner im IT-Bereich

    Die Bundeswehr oder staatliche IT-Abwehrzentren jedoch können das nicht alleine leisten. Um der wachsenden Cyberbedrohung Herr zu werden, brauche es dringend ein Umdenken, fordert die Bundeswehr. Denn die IT-Welt dreht sich schneller, als die Beschaffungszyklen bei der Bundeswehr. Eine Kooperation mit der zivilen IT-Wirtschaft sei deshalb zwingend nötig, so Frank Steinseifer vom IT-Ausstatter der Bundeswehr, BWI.

    "Wir versuchen die Kernkompetenzen mit deutschen Technologien für die Bundeswehr zu erbringen. Die BWI achtet natürlich darauf, wer sichere Zulieferer sind." Frank Steinseifer, BWI

    Deutschlands Anteil: Gerade mal ein mageres Salatblatt

    Derzeit sieht Deutschlands Anteil an Informations- und Kommunikationstechnologie aus wie ein Salatblatt in einem Hamburger zwischen den großen Randteilen China und USA, so zeigt es ein Schaubild, das heute auf der Konferenz von der europäischen IT Sicherheitsbehörde ENISA aufgelegt wurde.

    © Quelle: Enisa

    Deutschlands Anteil an der Informations- und Kommunikationstechnologie

    Es seien viel zu wenige deutsche und europäische Firmen für die Cyberabwehr am Start, beklagt Udo Helmbrecht, Chef der IT Sicherheitsbehörde ENISA: "Wie können wir die Industrie besser zusammenbringen und wie können wir zum Beispiel Ausschreibungsverfahren auf europäischer Ebene besser nutzen, um europäische Firmen dann ins Rennen zu bekommen."

    Militär auf Brautschau: Trau, schau, wem

    Wie findet das Militär einen verlässlichen, vertrauenswürdigen Partner? Deutschland und die EU verfügen bereits über Regularien dazu. Doch für Ramon Mörl von der IT Sicherheitsfirma itWatch hängt digitale Souveränität noch davon ab, dass ...

    " … ich immer die Sicherheitseigenschaften selbst managen kann und dazu gehört Transparenz der Produkte. Wir haben erlebt, dass jetzt gerade beim Militär, die Freund-Feind-Lage sich ja auch verändern kann." Ramon Mörl, itWatch

    Ein Schritt, die digitale Souveränität voranzubringen sei auch, die Forschung zu verzahnen, etwa im Bereich der Luftabwehr. Heute hat Airbus einen entsprechenden Vertrag unterschrieben. Digitale Souveränität bedeute, so Evert Dudok, Airbus Defence and Space, "dass man selber in der Lage ist, sich zu schützen. Und ich glaube, das ist das Hauptthema."