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Bundeswehr bekommt Militärrabbiner für jüdische Soldaten | BR24

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Die Bundeswehr wird für Soldaten jüdischen Glaubens Militärrabbiner einführen. Dazu solle ein Staatsvertrag mit dem Zentralrat der Juden ausgehandelt werden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit.

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Bundeswehr bekommt Militärrabbiner für jüdische Soldaten

Die Bundeswehr wird für Soldaten jüdischen Glaubens Militärrabbiner einführen. Dazu solle ein Staatsvertrag mit dem Zentralrat der Juden ausgehandelt werden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit.

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland berät ab Mittwoch drei Tage lang mit Experten aus Militär und Politik über die Berufung von Militärrabbinern bei der Bundeswehr. Zum Auftakt der Konferenz in Berlin spricht auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Bei der Ankündigung der Militärseelsorge für jüdische Soldaten am Dienstag erklärte von der Leyen: "Überall in Deutschland blüht wieder jüdisches Leben. Das ist ein großes Geschenk". Es erfülle sie mit Dankbarkeit, dass Frauen und Männer jüdischen Glaubens in der Bundeswehr dienen. "Das zeigt auch, wofür unsere Bundeswehr steht", so von der Leyen.

Jüdische Militärseelsorge: Beitrag zur ethischen Ausbildung in der Bundeswehr

Nach rund hundert Jahren sollen Militärrabbiner erstmals wieder in deutschen Streitkräften Dienst tun. Zentralratspräsident Josef Schuster hatte die Einrichtung von Militärrabbinern vorgeschlagen. Es sei 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Zeit, eine jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr zu etablieren und damit an eine alte Tradition anzuknüpfen, hatte er in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" geschrieben. Zwischen 250 und 300 jüdische Soldaten gebe es derzeit in der Bundeswehr.

Die großen christlichen Kirchen stellen schon seit Jahrzehnten Militärseelsorger für die Bundeswehr. Dies ist in einem Staatsvertrag mit den Kirchen geregelt. Ein solcher Staatsvertrag soll nun auch mit dem Zentralrat der Juden abgeschlossen werden. Der Zentralrat solle künftig die Kandidaten für die Militärseelsorge vorschlagen, die Auswahl solle letztlich die Bundeswehr treffen, erklärte das Verteidigungsministerium. Die Zahl wird wohl im niedrigen einstelligen Bereich liegen.

Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt Zusage des Verteidigungsministeriums

"Die Berufung von Militärrabbinern ist ein Zeichen für das gewachsene Vertrauensverhältnis der jüdischen Gemeinschaft in die Bundeswehr als Teil unserer demokratischen Gesellschaft", erklärte Zentralrats-Präsident Josef Schuster. "Mit jüdischer Militärseelsorge wollen wir unseren Beitrag zur ethischen Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten leisten."

Militärseelsorge für Muslime geplant

Jeder Soldat habe den Anspruch auf "ungestörte Religionsausübung und Seelsorge". Dies gelte selbstverständlich auch für jüdische und muslimische Soldaten, so von der Leyen. Ohne eine zentrale Institution für die islamischen Glaubensrichtungen könne schon aus rechtlichen Gründen gegenwärtig kein Staatsvertrag geschlossen werden, sagte von der Leyen dazu. Geplant sei aber, muslimische Geistliche über sogenannte Gestellungsverträge an die Bundeswehr zu binden.

"Mit dem Zentralrat der Juden kann man einen Staatsvertrag schließen, wie mit den Kirchen", sagte Bartels dazu. "Bei der islamischen Seelsorge muss man schauen, wie man die unterschiedlichen Strömungen berücksichtigt, wie man sicherstellt, dass man in Deutschland ausgebildete, für die Bedürfnisse der Bundeswehr mit Zusatzqualifikationen ausgestattete Seelsorger bekommt. Am Ende ist der Militärseelsorger Teil der Bundeswehr."

Religionszugehörigkeit der Bundeswehr-Soldaten

Bei Einführung der Militärseelsorge Ende der 50er Jahre gehörten nach Ministeriumsangaben rund 98 Prozent der Soldaten einer christlichen Kirche an. Heute sei es nur noch etwa die Hälfte - in der Bundeswehr gebe es derzeit schätzungsweise 53.000 Protestanten und 41.000 Katholiken. Die Soldaten sind allerdings nicht zur Angabe ihrer Konfession verpflichtet. Das Ministerium schätzt die Zahl der jüdischen Soldaten auf etwa 300 und jene der muslimischen auf rund 3000.

Mit Material der dpa und AFP.