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Bundesregierung plant keine längere Lohnfortzahlung für Eltern | BR24

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In vielen Familien müssen die Kinder derzeit daheim betreut werden, weil noch nicht alle Schulen und Kitas wieder geöffnet sind.

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    Bundesregierung plant keine längere Lohnfortzahlung für Eltern

    Lohnfortzahlungen für Eltern, die ihre Kinder momentan daheim betreuen müssen, sollen offenbar nicht verlängert werden. Das hat eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums gegenüber der NOZ erklärt. Linke und DGB kritisieren die Entwicklung.

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    Eltern, die wegen der Corona-Pandemie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen und somit nicht arbeiten können, werden keine weiteren Lohnfortzahlungen erhalten. Das machte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) am Freitag deutlich. "Angesichts der verstärkt öffnenden Schulen und Kindergärten wird es nach heutigem Stand keine Verlängerung der Regelung geben", hieß es weiter.

    Politiker hatten ursprünglich Verlängerung angekündigt

    Eltern hatten seit dem 30. März für sechs Wochen Anspruch, vom Staat 67 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten - bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im Monat. Damit wären für viele die Zahlungen Mitte Mai erschöpft. Allerdings hat nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums jedes Elternteil einen eigenen Anspruch, "so dass insgesamt 12 Wochen häusliche Betreuung möglich sind".

    Noch im April hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Aussicht gestellt, die Lohnausfallzahlungen zu verlängern. Auch ihr Parteikollege, Arbeitsminister Hubertus Heil hatte eine entsprechende Regelung angekündigt. Ebenso hatte es aus der CDU Rufe nach einer Verlängerung der Lohnfortzahlung gegeben.

    DGB und Linke üben Kritik an Bundesregierung

    Die Linke hält die Entwicklung für kritisch. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Arbeitsminister, die Sechs-Wochen-Frist "unbürokratisch zu verlängern, bis es einen Regelbetrieb an Grundschulen und Kitas gibt".

    Auch DGB-Vorstand Anja Piel drängte in der "NOZ" auf eine Nachbesserung. Viele Familien sind nach ihren Worten angesichts des Notbetriebs in den Kitas und des eingeschränkten Schulbetriebs "weiter von Existenzsorgen und Betreuungsengpässen gebeutelt".

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