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Bundesregierung: Hackerangriffe als größtes Risiko bei 5G-Ausbau | BR24

© Clara Margais/dpa

Beim Ausbau des Mobilfunkstandard 5G hält die Bundesregierung staatlich gelenkte Hackerangriffe für das größte Sicherheitsrisiko.

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    Bundesregierung: Hackerangriffe als größtes Risiko bei 5G-Ausbau

    Es sind nicht die kleinen Hacker, die vor ihren PCs sitzen und Viren zusammenbasteln - beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes fürchtet die Bundesregierung viel mehr von Staaten gesteuerte Angreifer. Das geht aus einer Antwort an die EU-Kommission hervor.

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    Es soll Daten schneller übertragen als bisherige Netze und besser verfügbar sein: 5G heißt der neue Mobilfunkstandard, der momentan in Deutschland aufgebaut wird.

    Beim diesem Ausbau sind nach Meinung der Bundesregierung staatliche Hackerangriffe das größte Sicherheitsrisiko. Von Staaten gesteuerte Angreifer seien eine größere Bedrohung als organisierte Banden, einzelne Hacker oder versehentliche Systemausfälle, heißt es in einer Antwort an die EU-Kommission, die von dem Portal netzpolitik.org veröffentlicht wurde.

    Die EU-Kommission erstellt derzeit eine Risikobewertung für die Sicherheit der 5G-Netze in Europa und hat dazu die jeweiligen Einschätzungen der Mitgliedstaaten abgefragt.

    "Spionage-Hintertüren" bei Huawei?

    Vor allem wird diskutiert, ob die Beteiligung des chinesischen Konzerns Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes ein besonderes Risiko darstellt. Huawei gehört zu den führenden Anbietern der 5G-Mobilfunktechnik, die unter anderem deutlich schnellere Datenübertragungsraten bringen soll.

    In den USA und auch in Deutschland sind die Chinesen aber zuletzt wegen Sicherheitsbedenken rund um Datennetzwerke unter Druck geraten. Die USA werfen Huawei vor, Spionage-Hintertüren in Produkte einzubauen und eng mit dem chinesischen Staat zusammenzuarbeiten. Einen konkreten Nachweis dieser Sicherheitslücken ist die US-Regierung bislang aber schuldig geblieben.

    Sechs Risikoszenarien beim Aufbau des 5G-Netzes

    Das Papier der Bundesregierung listet sechs wesentliche Risikoszenarien auf. Ein Szenario könnte sich auf Huawei beziehen, allerdings wird der Firmenname nicht genannt. Stattdessen heißt es dort: "Datenspionage, die eingeleitet wird von Nationalstaaten oder staatlich unterstützten Akteuren und die auf rechtlichen Verpflichtungen für Hersteller oder nicht dokumentierten Funktionen beruht."

    Die Passage könnte sich aber auch auf den amerikanischen Huawei-Wettbewerber Cisco beziehen. An anderer Stelle wird insbesondere von der Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller gewarnt.

    💡 Was ist 5G nochmal?

    5G steht für den Mobilfunkstandard der fünften Generation. Mit 5G soll das mobile Internet noch schneller werden, Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde sollen per 5G erreicht werden. Damit könnte man beispielsweise einen kompletten Film in Sekundenschnelle herunterladen.

    Wer 5G nutzen kann

    Seit kurzem können einige Smartphone-Nutzer in Deutschland das neue 5G-Netz bereits nutzen. Einige - weil der neue Mobilfunkstandard erst einmal relativ exklusiv bleibt. Das Netz konzentriert sich zunächst auf Großstädte. Außerdem braucht man für die Nutzung ein entsprechendes Endgerät. Die wenigsten Smartphones sind im Moment aber schon 5G-fähig, für sie wird weiterhin 4G/LTE der beste Standard bleiben. Vodafone ist der erste Mobilfunk-Anbieter, der seinen Kunden 5G zur Verfügung stellt.

    Bis Ende des Jahres sollen jedoch große Teile von Deutschland mit dem neuen Mobilfunkstandard versorgt sein. International hinkt Deutschland beim 5G-Ausbau momentan noch hinterher. In Südkorea ist 5G bereits seit April flächendeckend verfügbar - auch andere Länder sind schon weiter.