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Bundesregierung genehmigt Milliarden-Kredit für Adidas | BR24

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Der Sportartikelhersteller Adidas holt sich zum Überstehen der Corona-Krise bis zu drei Milliarden Euro frisches Geld - darunter 2,4 Milliarden Euro von der staatlichen Förderbank KfW.

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Bundesregierung genehmigt Milliarden-Kredit für Adidas

Wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung dem Sportartikelhersteller Adidas einen Milliardenkredit der staatlichen Förderbank KfW genehmigt. Wie das fränkische Unternehmen mitteilte, umfasse die Darlehenszusage 2,4 Milliarden Euro.

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Viele Konzerne drohen momentan wegen der Corona-Pandemie in die roten Zahlen zu rutschen - und hoffen deshalb auf Unterstützung des Staates. Dazu zählt auch der Sportartikelhersteller Adidas. Die Bundesregierung hat heute für das mittelfränkische Unternehmen einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 2,4 Milliarden Euro bewilligt.

"Nach den gravierenden Auswirkungen der weltweiten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie auf sein Geschäft hat Adidas weitere Schritte unternommen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern", begründete ein Adidas-Sprecher den Schritt. Zusätzlich könnte Adidas weitere 600 Millionen von Partnerbanken bekommen. Wie viel der Konzern von den insgesamt drei Milliarden Euro dann wirklich abrufen will, ist offen.

Adidas-Vorstand streicht sich Boni-Zahlungen

Die Coronakrise trifft das an sich hochprofitable Unternehmen aus Herzogenaurach offenbar mit voller Wucht. Vergangenes Jahr machte Adidas noch fast zwei Milliarden Euro Gewinn, soviel wie nie zuvor – nun sind seit Wochen wegen des Virus die Filialen in wichtigen Märkten wie Nordamerika, Europa und Lateinamerika geschlossen.

Sollte Adidas den Konsortialkredit von drei Milliarden Euro annehmen, müssten die Aktionäre als Bedingung bis zum Ende der Laufzeit Mitte 2021 auf ihre Dividende verzichten. Zudem streicht sich der Adidas-Vorstand nach eigenen Angaben selbst seine Boni-Zahlungen – was zwei Drittel des Gehalts ausmachen soll. Auch andere Führungskräfte erhielten im laufenden Geschäftsjahr keine "langfristige Bonuskomponente", hieß es weiter.

Wirtschaftsweise und die Frage nach den Krediten für Adidas

Die neue Wirtschaftsweise Veronika Grimm, die nun Mitglied im "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" ist, stellte auf BR-Anfrage zu den Krediten für Adidas fest, dass in sehr, sehr kurzer Zeit Maßnahmen beschlossen worden seien, damit die Unternehmen gut durch diese Krise kommen. Und das sei ja auch vorrangig das Ziel der wirtschaftspolitischen Maßnahmen: Dafür zu sorgen, dass eigentlich gesunde Unternehmen tatsächlich an dieser Krise nicht zerbrechen, sondern dass die Wirtschaft nach diesem Lock-Down gleich wieder starten und ihre Aktivität aufnehmen kann, so die Ökonomin.

"Ich glaube, wir tun auch gut daran, uns an diese Regeln, die gesetzt wurden, zu halten. Wenn Unternehmen jetzt im Rahmen dieser Regeln Kredite beantragen, dann ist das erstmal so. Wir müssen dann sicher danach auch aussortieren und nachjustieren. Unter Umständen sind die entsprechenden Programme an der einen oder anderen Stelle ausreichend oder auch zu weitreichend? Aber ich möchte das unter moralischen Gesichtspunkten erstmal nicht weiter bewerten, sondern ich würde denken, dass wir erstmal schauen müssen, dass die Unternehmen mit diesen Rettungspaketen arbeiten können, durch die Krise kommen", so Veronika Grimm. Erst dann müsse man eventuell nachjustieren und Regelungen anpassen.

Unternehmen zahlt nun doch Miete

Derzeit sind 1.200 deutsche Adidas-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, das in Anspruch genommene Geld von der KfW so schnell wie möglich – mit Zinsen und Gebühren zurückzahlen zu wollen. Der Konzern teilte weiter mit, die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft könnten derzeit nicht vorhergesagt werden. Die Zahlen für das erste Quartal sollen nun bereits am 27. April 2020 veröffentlicht werden.

Für Empörung hatte der Sportartikelhersteller mit der Ankündigung gesorgt, wegen der Corona-Krise die Mietzahlungen für einige Filialen auszusetzen. Adidas entschuldigte sich daraufhin und zahlte doch Miete.

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Mittelständische Betriebe, die von der Corona-Krise betroffen sind, bekommen Hilfe von der staatlichen Förderbank KfW. Das Kreditprogramm ist heute gestartet. Auch Großunternehmen werden offenbar unterstützt, wie das Beispiel Adidas zeigt.

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