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Kinder und Jugendliche leiden besonders unter den Corona-Maßnahmen. Das sogenannte Aufholpaket des Bundes soll Langzeitfolgen für Schule und Psyche abmildern. Zwei Milliarden Euro stehen beispielsweise für Nachhilfe- und Ferienprogramme bereit.

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Bundesregierung beschließt "Aufholprogramm" für die Jungen

Mit einem Corona-Hilfsprogramm will die Bundesregierung Familien stärken – wenn dem Milliardenplan die Länder zustimmen, denen die Ausführung zukäme. Das 2018 angekündigte Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler soll 2026 schrittweise starten.

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  • BR24 Redaktion

Wer es nicht in der eigenen Familie erfahren hat, kann es im heute veröffentlichten "Arztreport 2021" nachlesen: Die Corona-Pandemie macht vielen Kindern und ihren Eltern zu schaffen - schulisch und seelisch. Im 13. Monat der Pandemie reagiert die Bundesregierung nun mit zwei Gesetzesvorhaben.

Ein Startpaket für die neue Normalität

Das erste Projekt trägt den werbewirksamen Titel "Aufholen nach Corona". Darin enthalten: finanzielle Förderung von Nachhilfeunterricht und Freizeitangeboten sowie ein zusätzlicher Bonus von 100 Euro für jedes Kind aus einer sozial schwachen Familie.

"Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und ihre Familien nach den harten Lockdown-Zeiten auf dem Weg zurück in einen geregelten Alltag und ein unbeschwerteres Aufwachsen" Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).

Insgesamt will der Bund zwei Milliarden Euro investieren. Zum Vergleich: das Rettungspaket für die Lufthansa liegt bei rund neun Milliarden Euro.

Mit Nachhilfe aufholen, Freizeit nachholen

Um Lernrückstände abzubauen, soll der Nachhilfeunterricht gefördert werden. Mit den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln können die Länder in den Sommerferien Sommercamps und Lernwerkstätten organisieren, mit Beginn des neuen Schuljahres soll es unterrichtsbegleitende Fördermaßnahmen in den Kernfächern geben.

Zudem soll ein einmaliger Kinderfreizeitbonus in Höhe von 100 Euro außerschulische Aktivitäten ermöglichen. Auch Vereine, Verbände und Organisationen bekommen Unterstützung, um günstige Ferien- und Wochenendfreizeiten veranstalten zu können.

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Familienministerin Franziska Giffey präsentiert das "Aufholprogramm" der Regierung

Jetzt sind die Länder am Zug

In trockenen Tüchern ist das Programm allerdings noch nicht, wie Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ergänzt: Die Länder sollen sich "substanziell beteiligen, denn Bildung ist zuallererst Ländersache". Zumindest von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), kommt Unterstützung: "Bundesprogramme sind gut und wichtig", so die Brandenburger Bildungsministerin.

Voller Anspruch auf Grundschulbetreuung erst ab August 2029

Der bereits 2018 angekündigte Gesetzentwurf zur Ganztagsbetreuung für Grundschüler sieht einen Anspruch auf täglich achtstündige Betreuung bis zur vierten Klasse vor - in Giffeys Worten ein "Gamechanger". Der Schulunterricht ist dabei allerdings mit eingerechnet. Der Rechtsanspruch soll grundsätzlich auch in den Ferien gelten, hier können die Länder aber eine Schließzeit von bis zu vier Wochen einführen.

Die Umsetzung soll 2026 mit den Erstklässlern beginnen - und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant. In den darauf folgenden Jahren sollen die weiteren Klassenstufen folgen. Damit hat ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung.

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