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Bundesrat berät über Umtausch von Millionen Führerscheinen | BR24

© pa / dpa / Oliver Berg

Drei Führerscheine verschiedener Generationen

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    Bundesrat berät über Umtausch von Millionen Führerscheinen

    Millionen von Autofahrern haben noch ihren alten "Lappen". Der muss spätestens bis zum 19. Januar 2033 gegen neue Plastikkärtchen nach EU-Standard umgetauscht sein. Der Bundesrat berät heute darüber, ob der Umtausch auch früher anlaufen könnte.

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    Der Länderkammer liegt ein detaillierter Stufenplan vor, den der Verkehrsausschuss des Bundesrates erarbeitet hat. Er sieht einen früheren Start der riesigen Umtauschaktion vor - damit betroffene Autofahrer nicht bis zum letzten Moment warten und es keinen Massenansturm bei den Behörden vor Ort gibt. Ziel ist also eine zeitliche "Entzerrung".

    43 Millionen Fahrerlaubnisse sind betroffen

    Konkret geht es um etwa 15 Millionen bis 31.12.1998 ausgestellte Führerscheine aus Papier, die klassischen "Lappen", sowie um weitere rund 28 Millionen ab 1999 bis zum 18.1.2013 ausgegebene Scheckkartenführerscheine, die umgetauscht werden müssen. Da ein Antrag auf den Umtausch des Führerscheins nur persönlich gestellt werden kann, machen sich die Experten des Bundesrates schon jetzt Sorgen, dass ein Ansturm der Betroffenen vor Ablauf der Umtauschfrist um die Jahreswende 2032/33 zu Problemen führen könnte.

    Der Plan: abgestufter Umtausch ab 2022

    Der Verkehrsausschuss des Bundesrats hat daher einen Stufenplan mit detaillierten Umtauschfristen vorgeschlagen. Demnach sollen die Papierführerscheine ab dem Jahr 2022 gestaffelt nach Geburtsjahrgängen umgetauscht werden. Bei den etwa 28 Millionen Kartenführerscheinen, die vom 1. Januar 1999 an ausgestellt wurden, soll der Umtausch gestaffelt nach dem jeweiligen Alter der Dokumente ab 2026 über die Bühne gehen.

    Personen, die vor 1953 geboren sind, wären laut Bundesratsausschuss von einer vorgezogenen Umtauschpflicht ausgenommen - bei ihnen sei nicht sicher, ob sie nach dem Stichtag 2033 überhaupt noch von ihrer Fahrerlaubnis Gebrauch machen wollten und daher einen weiter gültigen Führerschein benötigten.

    Der ADAC befürchtet emotionale Verwerfungen

    Eine ADAC-Sprecherin sagte zu den Plänen, Scheckkartenführerscheine mit einem aktuellen Foto brächten bei Führerscheinkontrollen unbestreitbare Vorteile. Viele Bürger würden an ihrem alten grauen oder rosa Lappen aber "emotional hängen". Dabei helfe es nur bedingt, dass dieses historische Dokument seinem Inhaber beim Umtausch entwertet zurückgegeben werde: "Aus unserer Sicht ist deshalb Überzeugungsarbeit geeigneter als das nationale Vorziehen der EU-Fristen."

    EU strebt Fälschungsschutz an

    Mit dem einheitlichen EU-weiten Führerscheindokument soll ein möglichst aktueller Fälschungsschutz gewährleistet sein. Bei Kontrollen sind Fahrer zudem leichter zu erkennen, wenn das Foto nicht uralt ist. Mit der bereits 2006 beschlossenen EU-Richtlinie sollen die Vorschriften zu mehr als 110 Führerscheinarten in Europa vereinheitlicht werden.

    Autor
    • Rüdiger Hennl
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