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Bundesparteitag der AfD: Zwei Bayern in Vorstand gewählt | BR24

© Revierfoto/dpa

Delegierte stimmen auf dem AfD-Parteitag in Braunschweig ab.

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    Bundesparteitag der AfD: Zwei Bayern in Vorstand gewählt

    Nach der Wahl der Bundessprecher und Stellvertreter gestern bestimmten die AfD-Delegierten am zweiten Tag ihres Bundesparteitags die weiteren Vorstandsmitglieder. Auch zwei bayerische Kandidaten wurden ins oberste Parteigremium gewählt.

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    Mit Silvia Limmer und Stephan Protschka stellt die Bayern-AfD künftig zwei Mitglieder im Bundesvorstand. Limmer ist studierte Biologin und sitzt seit Mai dieses Jahres für die AfD im Europaparlament.

    In ihrer Rede schimpfte die 53-jährige Oberfränkin aus Bayreuth auf Brüssel und die Schüler der Fridays for Future-Bewegung: "Die Europäische Kommission betreibt eine Politik, die schul- und oft auch fakten- und wissensbefreite junge Klimahüpfer ermutigt und weiter aufstachelt. Das sind junge Menschen, die ideologischen Rattenfängern auf den Leim gegangen sind."

    Stimmen des Flügels sichern Protschkas Wahl

    Bei seinem zweiten Anlauf schaffte es der niederbayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka als Beisitzer in den Bundesvorstand. Er musste sich gestern bei der Wahl zum Stellvertreter gegen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch geschlagen geben, die wie Alice Weidel von der Beisitzerin zur Stellvertreterin aufgestiegen ist.

    Protschka gewann den Posten als Beisitzer knapp in der Stichwahl gegen Kay Gottschalk, der zum vergleichsweise moderaten Lager der Partei gezählt wird. Protschka konnte auf Stimmen des völkischen Flügels zählen, zu seinen ersten Gratulanten gehörten Björn Höcke und Andreas Kalbitz. Für Protschka stellt das anscheinend kein Problem dar: "Natürlich hat mich der Flügel gewählt, aber ich bin weder dort Mitglied, noch bei der Alternativen Mitte. Ich bin ein Mensch, der mit vernünftigem Verstand die Themen angeht."

    Zuletzt sorgte Protschka für Schlagzeilen, da er die Errichtung eines Gedenksteins für deutsche Soldaten und Freikorpskämpfer im polnischen Bytom unterstützte. Auf dem Stein sind neben Protschka die AfD-Nachwuchsorganisation "Junge Alternative" und die Burschenschaft Markomannia Wien zu Deggendorf genannt. Auch die NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationalisten" (JN) sollen zu den Spendern gehört haben.

    Polarisierung innerhalb der AfD geht weiter

    Mit der Wahl Protschkas ist auch die Bayerns Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner zufrieden. Die Flügelanhängerin hatte schon gestern dem neuen Bundessprecher Tino Chrupalla gratuliert: "Tino ist ein Handwerksmeister, der unsere Ideale vertritt, ich freue mich für ihn. Die wichtigste Aufgabe ist jetzt, den Laden zusammenzuhalten."

    Damit deutet Ebner-Steiner ein Problem an, dass sich durch den Bundesparteitag zieht: Viele Personalentscheidungen waren geprägt von Stichwahlen zwischen einem Kandidaten aus dem vergleichsweise moderaten Lager und einem Flügelkandidaten. Mit Tino Chrupalla, Andreas Kalbitz, Stephan Protschka und Stephan Brandner konnte der völkische Flügel seinen Einfluss im Bundesvorstand sichern.

    Gaulands Abtritt als Ehrenvorsitzender

    Auf dem Programm steht heute noch die Wahl Alexander Gaulands als Ehrenvorsitzenden der Partei. Viele Delegierte drückten ihren Unmut darüber aus, dass der Bundestags-Fraktionschef das oberste Parteiamt abgibt. Der 78-Jährige gilt als Übervater und unangefochtene Autorität, zahlreiche Konflikte und Personalentscheidungen wurden mit Gauland abgestimmt. So soll sich auch die bayerische Parteivorsitzende Corinna Miazga das Einverständnis Gaulands vor ihrer Wahl im September geholt haben.

    Diskussion über Spendenaffäre und Kernkraft

    Nach den Reden der neu- und wiedergewählten Bundessprecher diskutieren die Delegierten heute außerdem über die Frage, ob für die Strafzahlungen im Zuge der Spendenaffäre das Geld aus der Parteikasse verwendet wird, oder ob die involvierten Politiker künftig selbst dafür aufkommen müssen. Außerdem spricht sich ein Antrag für die weitere Nutzung der Kernenergie aus.