BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Spahn ruft in Corona-Krise zur Dialogbereitschaft auf | BR24

© BR
Bildrechte: BR

Bundesgesundheitsminister Spahn hat Verständnis für Kritik an der Corona-Politik geäußert, aber die Aggressivität in der Diskussion kritisiert.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Spahn ruft in Corona-Krise zur Dialogbereitschaft auf

Bundesgesundheitsminister Spahn hat zur Dialogbereitschaft im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Außerdem warb er um Verständnis für das Vorgehen der Politik, zeigte sich aber mit Blick auf die kommenden Herbst- und Wintermonate zuversichtlich.

1
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat um Verständnis für das Vorgehen in der Corona-Krise geworben und zur Dialogbereitschaft aufgerufen. "Das Virus ist dynamisch, wir müssen es auch sein", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin.

Man lerne jeden Tag besser, die Balance zwischen Infektionsschutz und Alltag zu finden. So habe man etwa im Einzelhandel oder in Pflegeeinrichtungen die Lage mit Hygienekonzepten und Masken derzeit gut im Griff.

Bund und Länder wollen künftig Corona-Maßnahmen regional anpassen

Bund und Länder hätten zudem vereinbart, im Fall lokaler Ausbrüche regional angepasste Maßnahmen zu ergreifen und "sicherlich nicht noch mal so flächendeckend". Es gelte, miteinander aufzupassen, dass keine neue Dynamik entstehe und die Situation nicht entgleite.

Es sei aber mit relativ niedrigen Infektionszahlen auch bereits viel erreicht. Damit könne man "zuversichtlich" in den Herbst und Winter gehen. Zugleich verteidigte Spahn erneut die weitreichenden Beschränkungen im Frühjahr, die in der damaligen Lage richtig gewesen seien.

Spahn: Großteil der Bürger trägt Corona-Maßnahmen mit

Mit Blick auf Proteste gegen die Corona-Politik bei Demonstrationen wie in Berlin und bei eigenen Wahlkampfterminen sprach Spahn von einer "lauten aggressiven Minderheit". Nach seiner Einschätzung trägt die große Mehrheit der Bürger die Maßnahmen mit und ist auch bereit zur Diskussion. Widerspruch sei in der Demokratie aber nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Dabei gehe es etwa beim Maskentragen im Unterricht nicht um absolute Wahrheit, sondern um Abwägungen. Wenn bei einigen "vor lauter Hass und Schreien" kein Gespräch möglich ist, dann sei dies so. Es sei aber wichtig, Gespräche anzubieten. Spahn sagte, er habe keine Antwort darauf, welche Situation in den vergangenen Monaten solchen Hass und Frust ausgelöst habe.

Bund will nach Corona-Krise verstärkt Krankenhäuser unterstützen

Das Bundeskabinett hat zudem einen Gesetzesentwurf zur Einrichtung eines Krankenhauszukunftsfonds zugestimmt. Der Bund will diesen ab Januar mit insgesamt drei Milliarden Euro befüllen, so das Bundesgesundheitsministerium. Damit sollen Krankenhäuser in Deutschland in den nächsten Jahren zusätzliche Gelder für Investitionen erhalten.

Den Worten Spahns zufolge liege die Investitionen in Krankenhäuser sonst in Händen der jeweiligen Länder. Es sei das erste Mal seit Jahrzehnten, dass der Bund dafür eigene Haushaltsmittel einsetze. Die zuständigen Bundesländer sollen sich demnach an konkreten Investitionen mit 30 Prozent beteiligen, so dass insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung stehen.Das Geld solle "in moderne Notfallkapazitäten, in die IT-Sicherheit und vor allem in konkrete Digitalisierungsprojekte" fließen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Auch "erforderliche personelle Maßnahmen" für die Investitionsvorhaben können demnach aus dem Topf bezahlt werden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!