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Bundesgericht bestätigt Kükentöten noch als rechtmäßig | BR24

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Bundesgericht: Kükentöten vorläufig noch rechtmäßig

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Bundesgericht bestätigt Kükentöten noch als rechtmäßig

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht als rechtmäßig bestätigt. Bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei dürfen männliche Küken laut Urteil weiter getötet werden.

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Männliche Küken dürfen in der deutschen Geflügelwirtschaft weiter kurz nach der Geburt getötet werden - allerdings nur noch übergangsweise. Denn, so entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, wirtschaftliche Interessen seien für sich genommen kein "vernünftiger Grund" für das Töten.

Da aber wohl in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung der Tiere im Ei vorlägen - die das Töten der männlichen Küken unnötig machen - beruhe die bisherige Praxis "bis dahin noch auf einem vernünftigen Grund", so die Richter weiter.

Abwägung zwischen Profit und Tierschutz

Im konkreten Fall hatten zwei Brutbetriebe sich auf die Wirtschaftlichkeit berufen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hingegen verwies auf das Tierschutzgesetz.

Dort heißt es nämlich in Paragraph 1: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Deshalb hatte die Landesregierung 2013 alle Landkreise angewiesen, das Töten von Eintagsküken zu verbieten. Dagegen waren die Brütereien vorgegangen - und bekamen in früheren Verfahren Recht.

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Welche Alternativen gibt es zum Kükentöten? Ein Biobauer aus Landshut setzt auf den sogenannten Bruderhahn.

Verfahren zur Geschlechtsbestimmung der Küken ab 2020 für alle da

Rund 45 Millionen männliche Küken werden laut Bundeslandwirtschaftsministerium bislang in Deutschland jedes Jahr getötet - weil sie später keine Eier legen können und auch nicht genug Fleisch ansetzen, um als Brathähnchen zu enden. Ihre Aufzucht lohnt sich daher für die Mastbetriebe nicht.

Beim sogenannten "Seleggt"-Verfahren zur Geschlechtsbestimmung brennt ein Laser ein Loch in die Kalkschale. Dadurch bekommt man Zugang zur Flüssigkeit im Ei und kann bestimmen, ob der Embryo weiblich oder männlich ist. Je nachdem werden die Eier dann weiterbebrütet oder aussortiert und zu Tierfutter verarbeitet. Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) soll die Methode im kommenden Jahr allen Brütereien in Deutschland zur Verfügung stehen.

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45 Millionen männliche Küken werden in Deutschland jährlich getötet.