BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Bundesdatenschutzbeauftragter: Tracking-App muss freiwillig sein | BR24

© BR

Die Dunkelziffer der Virusträger in Deutschland ist hoch, viel zu hoch, wie viele Wissenschaftler sagen.

8
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bundesdatenschutzbeauftragter: Tracking-App muss freiwillig sein

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Ulrich Kelber spricht im Interview mit der Bayern 2-radioWelt vom "Verschlafen" der Digitalisierung in Teilen des Gesundheitssystems.

8
Per Mail sharen
Von
  • Uwe Pagels

Teile des Gesundheitssystems hätten die Digitalisierung "verschlafen", moniert Ulrich Kelber, Bundesbeauftragte für den Datenschutz, im BR-Interview. Gleichzeitig setzt er in der Frage der Handy-Datennutzung in Corona-Zeiten auf Freiwilligkeit:

"Es geht vor allem darum, genaue Daten zu haben. Und dazu brauchen Sie eben nicht Mobilfunkzellen, da brauchen Sie einen Austausch über GPS-Daten, über Bluetooth, wo man sich einander angenähert hat." Ulrich Kelber

Hohe Bereitschaft der Bevölkerung

Weiter machte der SPD-Politiker klar: "Das ist dann tatsächlich eine Frage der unmittelbaren Datenteilung von einzelnen Geräten. Das heißt, die Menschen müssen freiwillig diese App [Corona-App] auf ihren Geräten installieren und dann ihren echten Kontakt-Personen für den Fall, dass sie positiv getestet werden, eine entsprechende Mitteilung geben. Damit wir in der Tat die Infektionsketten unterbrechen." Kelber geht davon aus, dass die Bereitschaft groß ist, eine solche Corona-App zu nutzen: "Wenn man ein paar der Schutzmaßnahmen berücksichtigt, dann wird es eine große Bereitschaft geben, zu teilen, sich selbst zu schützen und andere zu schützen."

"Wir wollen ja nicht, dass nachher diese Daten bei irgendwelchen Konzernen liegen." Ulrich Kelber

Kritik am Stand der Digitalisierung

Der Bundesdatenschutzbeauftragte kritisierte den Stand der Digitalisierung im Gesundheitsbereich: "Wir haben heute noch keine elektronische Patientenakte. Wir haben einige wenige Daten über die elektronische Gesundheitskarten. Die werden im Augenblick nicht ausreichen, um Kontakt-Personen zu identifizieren. Da geht es ja immer um die eigenen Behandlungs- und Abrechnungsdaten. Aber in der Tat merkt man natürlich, dass Teilbereiche des deutschen Gesundheitssystems die Digitalisierung verschlafen haben. Und die ist auch nicht im 'Hau-Ruck-Verfahren' aufzuholen, weil bei solchen sensiblen Daten braucht man IT-Sicherheit und Datenschutz."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!