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Bundesbehörde fordert Tempo 30 als Standard in Städten | BR24

© picture alliance / ZB

Tempo 30 vor einer Schule mit Hinweisschild auf Schulkinder danaben

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    Bundesbehörde fordert Tempo 30 als Standard in Städten

    In Wohngebieten ist Tempo 30 längst nichts Besonderes mehr. Dem Umweltbundesamt reicht das nicht: Tempo 30 überall in der Stadt hätte viele Vorteile - sogar für die Autofahrer.

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    Das Umweltbundesamt fordert: Tempo 30 in der Stadt - und zwar auf allen Straßen. Die Präsidentin, Maria Krautzberger, sagte: "Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle - und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs." Zwar könnten auf bestimmten Straßen auch höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden, aber 30 Stundenkilometer solle die Regel sein.

    In einem Papier mit dem Titel «Stadt für Morgen» nennt das Umweltbundesamt die Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit bei den kurzfristigen Zielen bis 2020. Dafür müsste die Straßenverkehrsordnung geändert werden.

    Sicherheit oder freie Fahrt?

    Aus dem Bundesverkehrsministerium heißt es, eine generelle Tempo 30-Regelung sei nicht geplant. Sie schränke die Entscheidungsfreiheit der Kommunen ein. Ihnen stünde frei, in Wohngebieten Tempo-30-Zonen anzuordnen oder vor Schulen und Kitas, selbst wenn diese an Hauptverkehrsstraßen lägen. Dafür war bereits im Dezember die Straßenverkehrsordnung geändert worden.

    Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Frank Horch, befürchtet, dass durch die Wohnquartiere stärker belastet würden. Seine Begründung: "Die 50er Straßen ziehen den Verkehr aus den Wohngebieten, weil man da schneller fahren kann." Wenn man flächendeckend Tempo 30 einführe, verpuffe diese Wirkung.

    ADAC: "Autofahrer werden ausgebremst"

    Ein Sprecher des ADAC verwies auf eine Untersuchung, der zufolge Autos bei 30 km/h nicht weniger CO2 und Stickoxide ausstoßen als bei Tempo 50. Außerdem würden Autofahrer zu verkehrsarmen Zeiten wie am Wochenende oder nachts ausgebremst.

    Den Grünen geht es dagegen um die Sicherheit: "Ab Tempo 30 steigt die Unfallschwere dramatisch an", heißt es in einem Antrag der Bundestagsfraktion von Ende März.

    Von
    • Marc Strucken
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