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Bundesamt genehmigt auch Diesel-Nachrüstung für Volkswagen-Pkw | BR24

© pa / dpa

VW-Dieselmotor

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    Bundesamt genehmigt auch Diesel-Nachrüstung für Volkswagen-Pkw

    Nach Volvo und Daimler nun Volkswagen: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nun auch die Allgemeine Betriebserlaubnis für die Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen aus dem VW-Konzern veröffentlicht. Sie gilt für Euro-5-Pkw.

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    Es handelt sich um die erste Genehmigung dieser Art für Diesel-Fahrzeuge des VW-Konzerns. Sie umfasst Nachrüst-Systeme für über 60 Fahrzeugmodelle der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat. Ziel der Nachrüstungen ist es, dass Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 von Fahrverboten ausgenommen werden können.

    Den Antrag auf Genehmigung dieses Systems hatte die Baumot Group AG, die den Nachrüstsatz entwickelte, vor mehreren Wochen eingereicht. Der Baumot-Vorstand kündigte an, nun zügig mit der Produktion und Auslieferung der Systeme zu beginnen.

    Stickoxidausstoß sinkt bei nachgerüsteten Diesel-Pkw deutlich

    Die Hardware-Nachrüstung war an einem VW-Passat-Diesel getestet worden. Dabei ist es nach Angaben des Unternehmens gelungen, den Stickoxid-Ausstoß auf etwa 130 mg/km zu reduzieren - also deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwert von 270 Milligramm Stickoxide pro Kilometer.

    Technik muss fünf Jahre oder 100.000 Kilometer laufen

    Eine Ende Dezember 2018 vom Bundesverkehrsministerium vorgelegte technische Richtlinie schreibt den Nachrüstern vor, dass ihre Technik unter anderem mindestens 100.000 Kilometer oder fünf Jahre lang reibungslos funktionieren muss.

    Zusätzliche Ad Blue-Lösung reinigt die Diesel-Abgase

    Das Kraftfahrt-Bundesamt hat kürzlich schon für zwei Nachrüst-Systeme für Volvo- und Daimler-Diesel eine Betriebserlaubnis ausgestellt. Diese Systeme stammen jeweils vom Bamberger Unternehmen "Dr Pley". Technisch funktionieren die Nachrüst-Systeme alle ähnlich: Die Nachrüster setzen auf die sogenannte SCR-Technologie (Selektive Katalytische Reduktion). Dabei führt das System nach der Verbrennung des Diesel-Kraftstoffs im Motor bei der Abgasreinigung eine künstlich hergestellte Harnstofflösung in den nachgerüsteten Katalysator ein. Sowohl dieser als auch ein Tank, in dem diese Harnstofflösung ("Ad Blue") untergebracht ist, werden bei der Nachrüstung in das Auto verbaut.

    Daimler und VW zahlen bis 3.000 Euro

    Daimler und VW haben beide schon vor Monaten angekündigt, sich mit jeweils bis zu 3.000 Euro an den Kosten für die Hardware-Nachrüstung zu beteiligen, allerdings nur für Fahrzeughalter "in definierten Schwerpunktregionen", so Daimler. Inzwischen hat das Unternehmen eine Online-Plattform freigeschaltet, auf der Interessenten eine möglich Kostenübernahme für diese Maßnahme durch Daimler prüfen können.

    Lange Vorbehalte gegen die Nachrüstung

    Die deutsche Autoindustrie und auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatten sich lange gegen die Hardware-Nachrüstung gesträubt. Der CSU-Politiker betonte seit seinem Amtsantritt im März 2018 wiederholt, er und sein Haus hätten "technische und finanzielle Bedenken gegen die Diesel-Umrüstung".