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Bund Naturschutz findet Bayerns Klimapolitik zu "zaghaft" | BR24

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Eines großes Thema war 2019 der Klimaschutz. 1,7 Millionen Menschen unterschrieben in Bayern ein Volksbegehren für Artenschutz, Jugendliche demonstrierten fürs Klima. Der Bund Naturschutz hatte einen Rekord-Mitgliederzuwachs und zog nun Klimabilanz.

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Bund Naturschutz findet Bayerns Klimapolitik zu "zaghaft"

Das Klima war 2019 eines der ganz großen Themen. 1,7 Millionen Menschen stimmten in Bayern für ein Artenschutz-Volksbegehren, Schüler demonstrierten, der Bund Naturschutz hatte einen Rekord-Mitgliederzuwachs. Trotzdem ist dessen Bilanz gemischt.

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"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut…" - die Rufe einer Jugendbewegung. Jeden Freitag hört man sie in bayerischen Städten und Dörfern, schon das ganze Jahr. Die Schüler wollen, dass die Politik endlich etwas tut – für einen besseren, konsequenten Klimaschutz.

"Rückenwind für 2020"

Für den Bund-Naturschutz-Landesvorsitzenden Richard Mergner ist das nur eines von vielen klaren Zeichen, dass die Gesellschaft gerade umdenkt.

"2019 war in Bayern sicherlich das Jahr mit dem größten Bürgerengagement. Wir haben allein 15.000 neue Mitglieder und Förderer im Bund Naturschutz bekommen, es waren Hunderttausende auf den Straßen, um für eine konkrete aktive Klimaschutzpolitik sich einzusetzen und von daher gehen wir mit diesem Rückenwind auch in das Jahr 2020. Weil, leider hinkt die Politik bisher - der Staatsregierung – hinter dem Bürgerengagement hinterher und hier werden nach wie vor die alten Rezepte gefahren und keine zukunftsfähigen Konzepte." Richard Mergner, BN-Landesvorsitzender

Bayern brauche einen massiven Ausbau an erneuerbaren Energien, dazu ein Tempolimit auf Autobahnen, weniger Flächenverbrauch und einen Stopp des Straßenbaus.

BN: Regierung beim Klimaschutz zu "zaghaft"

Für all das habe der Bund Naturschutz der Koalition aus CSU und Freien Wählern im vergangenen Jahr einen Vertrauensvorschuss gegeben – und sei jetzt enttäuscht. Denn die derzeitige Klimaoffensive der Staatsregierung sei viel zu "zaghaft", findet Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz.:

"Wir sehen ganz viel Symbolpolitik, aber wenig konkrete parlamentarische Initiativen, um den Klimaschutz in Bayern voran zu bringen, um das Klimaversprechen von Paris mit 1,5 Grad aus dem Jahr 2015 umzusetzen. Wir nehmen da eine Mutlosigkeit wahr. Weil seit über einem Jahr demonstrieren Hunderttausende Schülerinnen und Schüler und Menschen auf Bayern Straßen, Freitag für Freitag, und Markus Söder hat nichts besseres zu tun, als 96 kleine Maßnahmen anzukündigen und in Berlin dafür zu sorgen, dass wir eine 1.000 Meter Abstandsregelung für Windräder bekommen." Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz

Ein eigener Runder Tisch soll kommen

Der Bund Naturschutz hofft jetzt, dass Klima und Naturschutz im nächsten Jahr bei den Kommunalwahlen eine entscheidende Rolle spielen werden.

Für 2020 plant die Naturschutzorganisation außerdem einen Runden Tisch und will dazu Bauernorganisationen, Verbraucherzentralen und Handelsunternehmen einladen. Ziel sei es, Konzepte zu erarbeiten, in denen Ökologie und Agrarwirtschaft als "faire Partner" funktionierten – so der Bund Naturschutz.

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Die Bedrohung durch die Klimakrise und das Artensterben hat zu einem erheblich stärkeren Engagement der Bürger beim Bund Naturschutz geführt. Er verzeichnet 2019 einen Rekordmitgliederzuwachs um rund 15.000 auf rund 250.000 Mitglieder und Förderer.