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Bullmann (SPD) zum EU-Gipfel: "Trauerspiel nationaler Egoismen" | BR24

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SPD-Europa-Abgeordneter Udo Bullmann kritisiert die Niederlande und Österreich für ihre Position während des EU-Gipfels. Den Kompromiss eines 750 Milliarden schweren Corona-Aufbaufonds bewertet er positiv.

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Bullmann (SPD) zum EU-Gipfel: "Trauerspiel nationaler Egoismen"

SPD-Europa-Abgeordneter Udo Bullmann kritisiert die Niederlande und Österreich für ihre Position während des EU-Gipfels. Den Kompromiss eines 750 Milliarden schweren Corona-Aufbaufonds bewertet er positiv.

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Nach der Einigung des EU-Gipfels auf einen Corona-Aufbaufonds und den mehrjährigen Haushalt hat der SPD-Europa-Abgeordnete Udo Bullmann scharfe Kritik an den Niederlanden und Österreich geübt. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er:

"Was wir vier Tage erlebt haben, das war ein Trauerspiel von nationalen Egoismen. Manche haben sich aufgeführt, als hätten sie den Schuss nicht gehört." SPD-Europa-Abgeordneter Udo Bullmann

Bullmann: Kein Beifall für Egoisten

Es gebe immer wieder Politiker die glaubten, Mehrheiten mit Populismus organisieren zu können. Bullmann: "Herr Rutte ist ein ausgesprochenes Beispiel dafür in den Niederlanden, Herr Kurz in Österreich leider auch. Die glauben immer noch, dass es Applaus gibt, wenn man Solidarität und Einsicht verweigert." Auch Deutschland hätte schließlich Tabus "abgeräumt", weil jeder wisse, "dass alle ein gutes Bett in einem Krankenhaus brauchen, wenn der Notfall kommt und man sich in einer Krise wechselseitig beistehen muss." Bullmann weiter: "Es wird langfristig für die Egoisten keinen Beifall mehr geben."

EU-Parlament prüft nun die Corona-Hilfen

Inhaltlich bewertet der SPD-Politiker die Gipfel-Ergebnisse positiv. Zwar hätte es etwas schneller gehen dürfen, aber es sei "ein großer Schritt nach vorne". Das EU-Parlament werde sich das Hilfspaket nun genau ansehen:

"Stimmen die Proportionen, werden die richtigen Aufgaben bedacht, investieren wir in die relevanten Zukunftsfelder, in gute Krankenversorgung, in gute Schulen, in nachhaltige Energie, in Transport, der uns die Umwelt nicht killt? Das werden unsere Prüfsteine sein." SPD-Europa-Abgeordneter Udo Bullmann

Auf dem EU-Gipfel haben sich die Staats- und Regierungs-Chefs auf einen 750 Milliarden schweren Corona-Aufbaufonds geeinigt. 390 Milliarden Euro davon sind Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, der Rest Kredite. Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron wollten ursprünglich 500 Milliarden Euro als Zuschüsse.

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