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Bulgarien will keine Erntehelfer nach Deutschland lassen | BR24

© picture-alliance/FrankHoermann/SVEN SIMON

40.000 Erntehelfer dürfen im April einreisen - aber wollen sie das überhaupt?

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    Bulgarien will keine Erntehelfer nach Deutschland lassen

    Julia Klöckner und Horst Seehofer wollen Erntehelfer unter Auflagen trotz Corona-Pandemie einreisen lassen. Aber nicht alle osteuropäischen Heimatländer der Spargelstecher und Erdbeerpflücker sind begeistert von der Idee.

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    Spargel, Erdbeeren - Bayerns Bauern bangen aufgrund der Corona-Krise um ihre Ernte. Da Erntehelfer zum Großteil aus Osteuropa einreisen, kann womöglich ein Teil der Ernte wegen der eingeschränkten Reisefreiheit nicht rechtzeitig eingebracht werden. Allein in Deutschland sind die Landwirte und insbesondere Obst- und Gemüsebetriebe offiziellen Angaben zufolge bis Ende Mai auf insgesamt 100.000 Saisonarbeiter angewiesen, um die Ernte zu bewältigen.

    Klöckner und Seehofer wollen 80.000 Erntehelfer einreisen lassen

    Der Allgäu Airport in Memmingen macht sich schon bereit für die Ankunft von Erntehelfern aus Osteuropa, wie eine Flughafen-Sprecherin am Freitag dem BR auf Anfrage mitteilte. Allerdings könnte deren Einreise nun in Frage stehen. Zwar wollen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im April und Mai jeweils bis zu 40.000 Erntehelfern die Einreise nach Deutschland trotz Corona-Krise erlauben, doch scheinbar haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

    Bulgariens Ministerpräsident: "unfair" gegenüber Bevölkerung

    Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow hat sich am Samstag gegen Auslandseinsätze von Saisonarbeitern seines Landes ausgesprochen. Es sei "nicht fair" gegenüber der bulgarischen Bevölkerung, so Borissow, wenn Saisonarbeiter zum Spargelstechen oder Erdbeerenpflücken nach Deutschland fahren und dann womöglich das Coronavirus mit heim bringen: "Wenn ihre Verträge enden, kommen sie hierher, tragen die Infektion in sich und alle anderen sollen für sie zahlen", sagte der bulgarische Ministerpräsident. Bislang verzeichnet das osteuropäische Land nur rund 500 Infektionen. Das Land gilt als das Ärmste in der EU und wäre für eine größere Zahl von Coviderkrankungen schlecht gerüstet.

    Andere Länder Osteuropas lassen Erntehelfer ausreisen

    Andere osteuropäische Länder, wie zum Beispiel Rumänien, haben signalisiert, man werde durchaus Arbeitskräfte nach Deutschland ausreisen lassen. In Rumänien sind bisher 140 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Samstag auf 3.616.